SIT bei Insektengitfallergie
Rund 20 Prozent der bundesdeutschen Bevölkerung sind auf Insektengifte sensibilisiert, bis zu vier Prozent reagieren auf Stiche von Bienen oder Wespen allergisch und jährlich werden zwischen zehn und 20 Todesfälle registriert. Die Dunkelziffer liegt hier jedoch höher. Diese Todesfälle ließen sich nahezu vermeiden, denn mit einer fachärztlich durchgeführten spezifischen Immuntherapie kann praktisch jeder Patient behandelt werden. Allerdings scheint dies selbst den Menschen nicht bekannt zu sein, die bereits einmal eine lebensbedrohliche allergische Reaktion aufgrund eines Insektenstichs erlitten haben. Wissenschaftler kritisieren, dass derzeit weniger als zehn Prozent der Insektengiftallergiker hyposensibilisiert werden. Das Wissen über den lebensrettenden Nutzen dieser Therapie ist noch nicht ausreichend verbreitet.
Die Patienten erhalten bei dieser Therapie über einen Zeitraum von drei bis fünf Jahren Insektengiftallergene in den Oberarm injiziert. Anfangs erfolgen die Injektionen zur Dosissteigerung in kurzen Abständen oder während eines stationären Aufenthalts, später reicht alle vier bis sechs Wochen eine Spritze aus. Auf diese Weise wird das Immunsystem langfristig unempfindlich gegen die Allergene. Kinder können im Normalfall ab dem fünften Lebensjahr mit einer spezifischen Immuntherapie behandelt werden.
Was tun beim anaphylaktischen Schock?
Unter Anaphylaxie versteht man eine akute systemische Reaktion, die den ganzen Organismus erfassen kann. Sie zeigt sich im Wesentlichen an Haut, Atemwegen, Herz-Kreislaufsystem und Magen-Darmtrakt. Innerhalb von Sekunden bis Minuten kommt es zu einer erhöhten Durchlässigkeit von Flüssigkeit aus kleinsten Blutgefässen (Kapillaren), was eine Verminderung der zirkulierenden Blutmenge zur Folge hat. Durch diesen Mechanismus und sich daran anschließende Reaktionen kommt es zur Schocksymptomatik, die sich in Schweregrade I bis IV einteilen lässt
Leichtere Reaktionen zu Beginn:
Juckreiz, Brennen an Handinnenflächen und Fußsohlen oder im Genitalbereich, metallischer Geschmack, Angstgefühle, Kopfschmerzen, Desorientierung.
Lebensbedrohlich können folgende Symptome werden:
Im Bereich der Atemwege:
Schwellung des Kehlkopfes, des Gaumenzäpfchens und der Zunge,
Verengung der Bronchien, Atemnot, Lungenödem
Im Bereich des Magen-Darmtraktes:
Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall
Stuhldrang, Harndrang, Uteruskrämpfe
Im Bereich des Herz-Kreislaufsystems:
Blutdruckabfall, schneller oder langsamer Puls
Im Bereich des zentralen Nervensystems:
Unruhe, Kopfschmerzen, Bewusstseinseintrübung, Bewusstlosigkeit
Die Symptome können in unterschiedlicher Weise gleichzeitig oder nacheinander auftreten. Es kann auch zuerst zu Kreislaufreaktionen kommen, ohne dass vorher Symptome an der Haut oder den Atemwegen bemerkt werden.
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Bewahren Sie Ruhe und rufen Sie sofort den Notarzt. Leidet der Patient nicht unter Atemnot, lagern Sie seine Beine hoch und halten sie ihn warm.
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Ist ein Notfallset vorhanden, sollten Sie die entsprechenden Medikamente sofort und schon vor Eintreffen des Notarztes geben.
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Das Notfallset besteht aus einem Antihistaminikum, Kortisontabletten und einer Adrenalin-Autoinjektor. Sobald die ersten Symptome auftreten, wird zuerst der Adrenalin-Autoinjektor angewendet.
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Auch nach der Injektion von Adrenalin und Einnahme der Medikamente muss ein Notarzt gerufen oder eine Notfallstation aufgesucht werden.
