Auch Allergiker möchten verreisen. Sie können vielleicht ihre Sorgen, nicht aber ihre Erkrankung zu Hause lassen. Daher ist eine gute Planung wichtig, damit die schönste Zeit des Jahres am Urlaubsziel weitgehend beschwerdefrei verläuft. Daher sollte jeder Mensch mit einer Allergie den Urlaub ganz individuell für sich planen:
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In Nordeuropa blühen Gräser, Bäume und Getreide generell später als in Mitteleuropa. Allerdings treten Birkenpollen in Skandinavien oft in hohen Konzentrationen auf. Dagegen sind in Südwesteuropa, im südlichen Mittelmeerraum und auf den Kanarischen Inseln Birkenpollen kaum nachweisbar.
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Menschen mit Hausstaubmilbenallergie und auch Pollenallergiker sollten das Hochgebirge in die engere Wahl bei der Urlaubsplanung ziehen. Ab Anfang Juli kann man oberhalb von 2000 Metern mit Pollenfreiheit rechnen. In dieser Höhe sind Hausstaubmilben kaum überlebensfähig. Beschwerdefreiheit ist da fast garantiert.
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Patienten, die an Asthma bronchiale leiden, bekommt das trockene und milde Schonklima, wie es z.B. im Mittelmeer zu finden ist, besonders gut.
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Auch Island ist für Allergiker eine Reise wert, da es dort kaum Bäume bzw. Baumpollen gibt, die Gräserblüte nur kurz ist und die Luftverschmutzung nur gering.
Die Planung
Wenn Sie sich für ein Urlaubsziel entschieden haben, sprechen Sie vor Ihrem Urlaub mit Ihrem Allergologen. Dieser kann Sie über mögliche Risiken aufklären, eine Reiseapotheke mit antiallergischen Mitteln erstellen, einen (internationalen) Allergiepass ausstellen und einen allgemeinen Gesundheitscheck durchführen. Lassen Sie sich von ihm für den Notfall eine Liste mit den Wirkstoffen der gewohnten Medikamente aufschreiben– Apotheker und Ärzte im Ausland finden sich so schneller zu Recht. Sprechen Sie ihn auch darauf an, ob und wie Sie Ihre Medikamente einnehmen sollten. Stellen Sie auch sicher, dass Sie Ihre Medikamente in ausreichender Menge mitnehmen. Und packen Sie die Medikamente ins Handgepäck. Denn auch in Polstern von Bahn- und Flugzeugsitzen sammeln sich oft Hausstaubmilben oder Tierhaare.
Planen Sie für Ihre Anreise ausreichend Zeit ein. Denn auch Stress kann allergische Beschwerden auslösen oder verstärken. Zu viel Eile, oder gar atemloses Rennen zur Gangway oder zum Anschlusszug kann bei einem Asthmatiker bereits einen Anfall auslösen. Planen Sie genügend Zeit ein und tragen Sie dafür Sorge, dass das entsprechende Medikament immer zur Hand ist.
Sonnenallergiker sollten ihre Hautpflegeprodukte von zu Hause mitnehmen, um Überraschungen mit unverträglichen Inhaltsstoffen in Cremes oder Ölen aus dem Ausland zu vermeiden.
Die Wahl des Hotels
Bevor Sie buchen, sollten Sie in dem Hotel nachfragen:
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Welchen Bodenbelag hat das Zimmer? Geben Sie Parkettböden oder leicht zu reinigenden Teppichen den Vorzug.
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Ferner sollte das Zimmer möglichst glatte Wände ohne Strukturtapete haben, leichte Vorhänge, keine schweren Übergardinen und möglichst keine offenen Regale, die den Staub sammeln.
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Fragen Sie, ob Bad und Toilette gut belüftbar sind. Das ist für Schimmelpilzallergiker besonders wichtig.
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Fragen Sie nach einem Nichtraucherzimmer und bringen Sie in Erfahrung, ob im Hotel auch Haustiere zulässig sind.
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Ist im Haus eine Klimaanlage mit Pollenfiltern? Wie regelmäßig wird dieser gereinigt?
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Sollten Sie an einer Nahrungsmittelallergie leiden, fragen Sie nach, ob das Hotel auch entsprechend zubereitete Speisen anbietet.
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Ihre Fragen richten sich nach Ihrer individuellen Krankengeschichte. Sollten Sie zum Beispiel an einer Katzenhaarallergie leiden, können Beschwerden auftreten, wenn in der letzten Zeit eine Katze im Hotel war.
Der Deutsche Allergie- und Asthmabund hat zusammen mit dem Deutschen Hotel- und Gaststättenverband die Broschüre "Gute Gastgeber für Allergiker" erarbeitet. Sie kann über den Deutschen Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) bezogen oder im Internet eingesehen werden.
Tipps für Urlaubs-/ Auslandsaufenthalte
Sprachführer des Europäischen Verbraucherzentrums hilft weiter
Acht Prozent der Kinder und drei Prozent der Erwachsenen in Europa leiden an einer Lebensmittelallergie. Hinzu kommt die wesentlich größere Gruppe von Menschen, die bestimmte Nahrungsmittel nicht vertragen oder an einer Kreuzallergie leiden. Es ist häufig nicht leicht, die entsprechenden Lebensmittel zu meiden, besonders dann, wenn die Reise ins Ausland geht und die Sprache zum Hindernis wird. Der Sprachführer des Europäischen Verbraucherzentrums in Kiel hat einen Sprachführer herausgebracht, der hier Übersetzungshilfe gibt. Er hilft auch, wenn im Restaurant oder beim Einkauf im Ausland deutlich gemacht werden soll, dass betroffene Kinder oder Erwachsene auf bestimmte Nahrungsmittel verzichten müssen.
Der Sprachführer enthält Vordrucke für Karten mit dem Aufdruck "Ich bin allergisch auf ..." in den entsprechenden Sprachen. So lässt bereits vor Urlaubsbeginn die ganz persönliche Allergiekarte erstellen. Dort lassen sich die Nahrungsmittel eintragen, die Beschwerden bereiten.
