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Insektengiftallergie

 

Insektengiftallergien werden in der Mehrzahl durch Stiche der Honigbiene und der Wespen verursacht. Selten lösen Hummeln oder Hornissen Stichreaktionen aus. Nach einem Insektenstich entwickelt jeder Mensch durch die Wirkung des Insektengiftes eine meist schmerzhafte Schwellung und Rötung an der Einstichstelle. Bei Menschen mit einer Insektengiftallergie kann ein solcher Stich zu heftigen Reaktionen bis zum anaphylaktischen – lebensgefährlichen – Schock führen. Die Symptome einer solchen systemischen Reaktion können Hautreaktionen (Juckreiz, Schwellung, Rötung) sowie Atemnot, Übelkeit, Schwindelgefühl, Herz-Kreislaufbeschwerden bis hin zum anaphylaktischen Schock sein.

 

Tipps Insektengiftallergie

 

Nachfolgende Hinweise sollen Ihnen helfen, sich vor Insektenstichen zu schützen:
 

  • Vermeiden Sie hektische Bewegungen, wenn Bienen oder Wespen im Anflug sind, diese machen die Insekten aggressiv und reizen sie zur Verteidigung, dem Stechen. Langsame Bewegungen werden dagegen vom Insektenauge gar nicht wahrgenommen.

  • Bienen halten sich auf oder in der Nähe von Blumen und Blüten auf, Wespen unter anderem bei überreifen Früchten und Fallobst. Seien Sie dort vorsichtig oder meiden Sie dies nach Möglichkeit.

  • Verzichten Sie auf Barfuß-Gehen über Blumenwiesen und tragen Sie geschlossene Schuhe.

  • Bei der Arbeit im Freien sollten Sie körperbedeckende Kleidung tragen.

  • Bienen und Wespen werden aggressiv, wenn man sich ihren Waben bzw. Nestern nähert. Nester von Wespen oder wilden Bienen in Ihrer unmittelbaren Umgebung, etwa im Rolladenkasten oder Dachböden, lassen Sie am besten von der Feuerwehr entfernen.

  • Da der Geruch von Speisen und Getränken Wespen anlockt, sollten Sie auf Picknicks und Essen im Freien, vor allem im Spätsommer verzichten.

  • Halten Sie Ihre Mülltonne verschlossen: Abfall zieht Wespen an.

  • Motorradfahrer sollten darauf achten, eng anliegende Schutzkleidung und Handschuhe zu tragen und nur mit geschlossenem Helm zu fahren.

  • Bringen Sie nach Möglichkeit Insektengitter an Ihren Fenstern an.

  • Insekten lieben Düfte. Verzichten Sie daher möglichst auf Haarspray, Parfüm und duftende Hautpflegemittel. Auch Schweißgeruch zieht die Insekten an.

  • Sollten Sie gestochen werden, versuchen Sie so schnell wie möglich aber dennoch behutsam den Stachel zu entfernen.


 

Was tun beim anaphylaktischen Schock?


Unter Anaphylaxie versteht man eine akute systemische Reaktion, die den ganzen Organismus erfassen kann. Sie zeigen sich im Wesentlichen an Haut, Atemwegen, Herz-Kreislaufsystem und Magen-Darmtrakt. Innerhalb von Sekunden bis Minuten kommt es zu einer erhöhten Durchlässigkeit von Flüssigkeit aus kleinsten Blutgefäßen (Kapillaren), was eine Verminderung der zirkulierenden Blutmenge zur Folge hat. Durch diesen Mechanismus und sich daran anschließende Reaktionen kommt es zur Schocksymptomatik, die sich in Schweregrade I bis IV einteilen lässt

 

Leichtere Reaktionen zu Beginn:


Juckreiz, Brennen an Handinnenflächen und Fußsohlen oder im Genitalbereich, metallischer Geschmack, Angstgefühle, Kopfschmerzen, Desorientierung.

 

Lebensbedrohlich können folgende Symptome werden:


Im Bereich der Atemwege:

Schwellung des Kehlkopfes, des Gaumenzäpfchens und der Zunge,

Verengung der Bronchien, Atemnot, Lungenödem

 

Im Bereich des Magen-Darmtraktes:

Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall

Stuhldrang, Harndrang, Uteruskrämpfe

 

Im Bereich des Herz-Kreislaufsystems:

Blutdruckabfall, schneller oder langsamer Puls

 

Im Bereich des zentralen Nervensystems:

Unruhe, Kopfschmerzen, Bewusstseinseintrübung, Bewusstlosigkeit

 

Die Symptome können in unterschiedlicher Weise gleichzeitig oder nacheinander auftreten. Es kann auch zuerst zu Kreislaufreaktionen kommen, ohne dass vorher Symptome an der Haut oder den Atemwegen bemerkt werden.

 

Notfallmaßnahmen
 

  • Bewahren Sie Ruhe, und rufen Sie sofort den Notarzt. Leidet der Patient nicht unter Atemnot, lagern Sie seine Beine hoch und halten Sie ihn warm.

  • Ist ein Notfallset vorhanden, sollten Sie die entsprechenden Medikamente sofort und schon vor Eintreffen des Notarztes geben.

  • Das Notfallset besteht aus einem Antihistaminikum, Kortisontabletten und einer Adrenalin-Autoinjektor. Sobald die ersten Symptome auftreten, wird zuerst der Adrenalin-Autoinjektor angewendet.

  • Auch nach der Injektion von Adrenalin und der Einnahme der Arzneimittel muss ein Notarzt oder die Notfallstation aufgesucht werden.
     

Wenn Sie wissen, dass Sie eine Insektengiftallergie haben, sollten Sie sich mit einem Notfallset ausstatten lassen. Dieses Set für die erste Hilfe nach einem Wespenstich oder Bienenstich besteht aus einem schnell wirksamen Antihistaminikum, einem Glukokortikoid und einem Adrenalin- Autoinjektor. Mit dem Notfallset sind Sie in der Lage, sich im Falle eines Insektenstiches selbst und vor allem schnell zu helfen. Wichtig dabei ist: Sie sollten den Umgang mit dem Notfallset im Vorfeld lernen, damit Sie es im Fall eines Stichs richtig und schnell einsetzen können. Die Anwendung des Notfallsets ersetzt nicht die notärztliche Behandlung. Rufen Sie auf jeden Fall den Notarzt.