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Prävalenz bei Kindern

Allergien nehmen bei Kindern und Jugendlichen deutlich zu. In Deutschland leiden bereits bis zu 20 Prozent aller Kinder an allergischem Schnupfen, zusätzlich entwickeln fünf bis elf Prozent aller Kinder bis zum 11. Lebensjahr ein allergisches Asthma. Wie bei den erwachsenen Allergikern sind es die klassischen Allergene wie Pollen, Tierhaare, Hausstaubmilben und Insektengifte, die die Erkrankung auslösen.

Wir wissen heute, dass Kinder, bei denen ein oder beide Elternteile Allergiker sind, ein deutlich größeres Risiko haben, an einer Allergie zu erkranken, als Kinder gesunder Eltern.

Neben der genetischen Veranlagung hat das Wohnumfeld, in dem ein Kind aufwächst, einen großen Einfluss auf eine spätere Allergieentwicklung. Kinder, vor allem solche, die in der Stadt aufwachsen, halten sich heute deutlich länger zu Hause oder in geschlossenen Räumen auf als Kinder vergangener Generationen oder Kinder vom Land.

Die steigenden Konzentrationen von Hausstaubmilben in modernen Wohnungen sind mit ein Grund für die frühe Sensibilisierung vieler Kinder im Vorschulalter. Allein ein Gramm Hausstaub kann bis zu 10.000 Milben enthalten. Durch die besonders kleine Größe der Milbenkotbestandteile können diese besonders tief in die Bronchien eindringen und Asthma auslösen. So verwundert es nicht, dass 80 Prozent aller Kinder mit Asthma gegen Milbenallergene sensibilisiert sind.

Der Online-Test kann helfen, festzustellen, ob Ihr Kind möglicherweise eine Sensibilisierung gegen bestimmte Allergene entwickelt hat.

 

Vorsorge von Geburt an

Da allergische Erkrankungen besonders bei Kindern und Jugendlichen in den westlichen Industrienationen stark zu genommen haben, fragen sich viele Eltern, ob und wie sie ihren Nachwuchs vor diesen Krankheiten schützen können. Die Präventionsforschung hat sich in den letzten Jahren erheblich weiter entwickelt. Die Wissenschaftler unterscheiden hier deutlich zwischen der Allergieprävention bei erblich vorbelasteten Kindern und solchen ohne genetische Veranlagung.

Bei Risikokindern leidet mindestens ein Elternteil an einer Allergie. Hier empfehlen die Allergieforscher:
 

  • Regelmäßiger Verzehr von Fisch während Schwangerschaft, Stillzeit und im ersten Lebensjahr des Kindes.

  • Beide Eltern sollten während der Schwangerschaft und nach der Geburt auf das Rauchen verzichten und den Säugling dem Rauch auch nicht passiv aussetzen.

  • Gewicht halten, denn das Übergewicht der Mutter kann die Entstehung von Allergien begünstigen. Gewichtsreduktion bereits vor der Schwangerschaft wird daher empfohlen.

  • Auch bei Kindern wird zur Vermeidung von Übergewicht geraten, da dies die Entwicklung von Asthma begünstigen kann.

  • Die Allergieforscher empfehlen eine ausgewogene und nährstoffdeckende Ernährung in Schwangerschaft und Stillzeit.

  • Der Säugling sollte während der ersten vier Lebensmonate ausschließlich mit Muttermilch gestillt werden. Ist dies nicht möglich, sollte hypoallergene Nahrung gefüttert werden. Bei der hypoallergenen Nahrung ist das Kuhmilcheiweiß so verändert, dass das Immunsystem des Säuglings dieses toleriert.

  • Sojabasierte Säuglingsnahrung eignet sich nicht zur Allergieprävention.

  • Genereller Verzicht auf Haustiere, insbesondere Katzen.

  • Auf Renovierungen im Haus oder die Anschaffung neuer Möbel sollte in der Schwangerschaft und Stillzeit verzichtet werden. Denn Luftschadstoffe wie Formaldehyd, die durch Malerarbeiten oder durch neue Möbel im Innenraum freigesetzt werden, fördern die Entstehung von Allergien.

  • Regelmäßiges Stoßlüften der Wohnräume ist ein Muss für Schwangere und Stillende. Denn ein feuchtwarmes Innenraumklima und die damit einhergehende mögliche Entstehung von Schimmelpilzbefall fördert ebenfalls die Entwicklung einer Allergie.

  • Die Säuglinge und Kinder sollten nach den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (StiKo) geimpft werden, denn es gibt erste wissenschaftliche Hinweise darauf, dass Impfungen das Allergierisiko senken können.

  • Kinder, die an viel befahrenen Straßen heran wachsen (hohe Kfz-Emission) entwickeln häufiger Asthma als Kinder, die in schadstoffarmen Wohngegenden leben.

 

Bei erblich nicht vorbelasteten Kindern raten die Wissenschaftler zu folgenden Präventionsmaßnahmen:
 

  • Regelmäßiger Verzehr von Fisch während Schwangerschaft, Stillzeit und im ersten Lebensjahr des Kindes.

  • Beide Eltern sollten während der Schwangerschaft und nach der Geburt auf das Rauchen verzichten und den Säugling dem Rauch auch andernorts nicht passiv aussetzen.

  • Die Allergieforscher empfehlen eine ausgewogene und nährstoffdeckende Ernährung in Schwangerschaft und Stillzeit.

  • Der Säugling sollte während der ersten vier Lebensmonate ausschließlich mit Muttermilch gestillt werden.

  • Die Säuglinge und Kinder sollten nach den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (StiKo) geimpft werden, denn es gibt erste wissenschaftliche Hinweise darauf, dass Impfungen das Allergierisiko senken können.

  • Kinder, die an viel befahrenen Straßen heran wachsen (hohe Kfz-Emission) entwickeln häufiger Asthma als Kinder in schadstoffarmen Wohngegenden.

 

Therapiemöglichkeiten für Kinder

Wenn Sie den Verdacht haben, dass Ihr Kind an einer Allergie leidet, sollten Sie einen Allergologen aufsuchen. Denn dieser auf die Diagnose und Behandlung von Allergien spezialisierte Facharzt ist der richtige Ansprechpartner. Es bestehen verschiedene Diagnose- und Therapiemöglichkeiten für Ihr Kind. In vielen Fällen wird der Arzt eine „spezifische Immuntherapie“ (SIT), auch Hyposensibilisierung genannt, für Ihr Kind empfehlen. Die spezifische Immuntherapie ist heute die einzige Therapie, die Allergien ursächlich bekämpft und bewirken kann, dass Allergiker für immer oder zumindest über viele Jahre hinweg nahezu beschwerdefrei leben.

 

Die Tabletten-Immuntherapie

Kinder ab fünf Jahren mit einer Gräserpollenallergie können auch mit der Tabletten-Immuntherapie, der „Gräser-Impf-Tablette“, behandelt werden. Das ist die neueste und modernste Behandlungsform und sie ist einfach und komfortabel: Einmal täglich wird eine Tablette unter die Zunge gelegt, wo sie sich innerhalb weniger Sekunden auflöst. Wie bei den anderen Verfahren der spezifischen Immuntherapie sollte die Behandlung kontinuierlich über drei Jahre erfolgen.

Es konnte nachgewiesen werden, dass die Behandlung im Rahmen einer spezifischen Immuntherapie von Allergien umso erfolgreicher, das heißt nachhaltiger ist, wenn sie mindestens drei Jahre durchgeführt wird.

Eltern sollten daher in jedem Fall konsequent auf die regelmäßige Einnahme der Tabletten achten und dies nicht dem Kind oder dem Jugendlichen eigenverantwortlich überlassen.

Begleitend zur spezifischen Immuntherapie gibt es Medikamente zur Linderung der Allergiesymptome. Dabei handelt es sich um Nasen- und Augentropfen, Inhalationssprays und Tabletten zur Linderung akuter Beschwerden. Diese wirken allerdings nicht ursächlich, sondern lindern nur die auftretenden Symptome.

 

Die subkutane Immuntherapie „SCIT“

Bei der subkutanen Immuntherapie, kurz SCIT, handelt es sich um eine Behandlung, bei der Ihr Kind Injektionen (Spritzen) in die Unterhaut des Oberarms erhält.

Bei Patienten mit einer Pollenallergie empfehlen Allergologen eine ganzjährige Immuntherapie. In der ersten Behandlungsphase erfolgt jede Woche eine Injektion in den Oberarm mit einer genau bemessenen Menge des Allergens. Der Allergologe steigert hierbei den Allergengehalt langsam bis zur Höchststufe. Danach erfolgt nur noch alle vier bis acht Wochen eine Injektion. Die Therapie dauert insgesamt drei Jahre und sollte ausschließlich von einem erfahrenen Allergologen durchgeführt werden.

90 Prozent der Kinder zeigen bereits nach einem Jahr eine deutliche Besserung der Symptome, wobei diese Besserung auch Jahre nach Ende der Therapie anhalten kann. Voraussetzung hierfür ist allerdings eine konsequente Durchführung der Therapie.

Neben dieser Langzeit-Immuntherapie gibt es noch die Kurzzeit-Immuntherapie. für Patienten, für die eine Langzeit-Behandlung nicht in Frage kommt. Hier erhält der Patient über einen Zeitraum von sechs Wochen insgesamt sieben Injektionen. Diese Behandlungsform ist für Pollenallergiker geeignet, die im Gegensatz zu Milbenallergikern nur saisonal betroffen sind. Die Behandlung kann noch kurze Zeit vor Eintritt des Pollenfluges erfolgen und wird drei Jahre jährlich wiederholt.

 

Sublinguale Immuntherapie „SLIT“

Neben zahlreichen Arzneimitteln zur Linderung der Symptome, kann der Allergologe Ihnen auch eine Behandlung vorschlagen, die sich sublinguale Immuntherapie, kurz „SLIT“, nennt. Bei dieser Behandlungsform erhält Ihr Kind Tropfen unter die Zunge (sublingual). Die Tropfen bleiben zwei Minuten unter der Zunge und können dann einfach heruntergeschluckt werden. Diese Therapie hat sich besonders bei kleinen Kindern und empfindlichen Patienten bewährt. Die Tropfen müssen über einen Zeitraum von drei Jahren einmal täglich konsequent eingenommen werden.