Im Frühling tritt bei mir immer ein Fließschnupfen auf und meine Augen jucken. Wie kann ich feststellen, ob ich eine Allergie habe?
Ob und an welcher Allergie Sie leiden, kann ein Allergologe feststellen. Die Diagnose einer Allergie kann verschiedene Untersuchungen notwendig machen. Wenn Sie allerdings über typische Beschwerden wie Augenjucken und Schnupfen immer zu einer bestimmten Jahreszeit, z.B. Februar bis April klagen, kann Ihr Arzt mit einem einfachen Allergiehauttest bereits eine Diagnose stellen und eine entsprechende Behandlung einleiten. Allergien sind übrigens keine Bagatellerkrankungen. Unbehandelt kann sich die Krankheit ausbreiten. Mediziner sprechen dann vom „Etagenwechsel“: Dieser liegt vor, wenn die allergische Entzündung von der Nase hin zu den Bronchien wandert. Dies kann zur Entstehung von chronischem Asthma führen. Daher sollten Sie auf jeden Fall vom Facharzt klären lassen, ob und gegebenenfalls an welcher Allergie Sie leiden und welche Behandlung in Ihrem Fall sinnvoll ist.
Meine Tochter leidet unter einer Tierhaarallergie. Ich bringe es aber nicht übers Herz, ihr die Katze wegzunehmen. Was soll ich tun?
So schlimm es ist: Die Trennung von der Katze ist unvermeidlich. Wenn Ihre Tochter permanent den Katzenhaaren (Allergenen) ausgesetzt ist, wird sich keine Besserung einstellen, sondern es besteht vielmehr die Gefahr, dass sich die Krankheit noch erheblich verschlimmert. Denn die Vermeidung des Allergenkontaktes ist die Vorraussetzung für die Verbesserung des Wohlbefindens und unterstützt die Therapie Ihrer Tochter. Selbst wenn die Katze aus dem Haus ist und Sie die Wohnung gründlich gereinigt haben, werden die Symptome nicht gleich abklingen, da die Katzenhaare noch lange in der Wohnung haften werden. Fragen Sie doch Ihren Allergologen, ob Ihre Tochter mit einer spezifischen Immuntherapie (SIT) behandelt werden sollte.
Ich leide seit Jahren an Heuschnupfen und bekomme die Symptome relativ gut mit freiverkäuflichen Mitteln in den Griff. Jetzt habe ich von einer Therapie gegen Allergien gehört. Ist das notwendig?
Die Pollenallergie, umgangssprachlich auch Heuschnupfen genannt, wird durch den Blütenstaub bestimmter Bäume, Gräser und Kräuter ausgelöst. Die Pollenallergie ist keine Bagatellerkrankung. Nur symptomatisch behandelt besteht die Gefahr, dass sich aus dem Heuschnupfen ein allergisches Asthma entwickelt: Etwa 40 % aller Heuschnupfenpatienten wird im Laufe weniger Jahre zum Asthmatiker. Daher sollten Sie mit einem Allergologen sprechen, ob er die Therapie in Ihrem Fall für sinnvoll erachtet.
Wird die spezifische Immuntherapie von der Krankenkasse gezahlt?
Ja, das ist der Fall. Wenn der Arzt Ihnen die spezifische Immuntherapie verordnet, werden die Kosten von der Krankenkasse getragen.
Ich leide an einer Hausstaubmilbenallergie und habe auch immer im Urlaub Probleme damit. Kann ich mit der Wahl meines Urlaubslandes die Symptome verringern?
Sie sollten das Hochgebirge in die engere Wahl bei der Urlaubsplanung ziehen. Beschwerdefreiheit ist da fast garantiert, denn Hausstaubmilben kommen über 2000m Höhe kaum noch vor. Ferner können Sie bei der Planung ein Hotel wählen, welches sich auf die Bewirtung und Unterbringung von Allergikern spezialisiert hat. Der Deutsche Allergie- und Asthmabund hat zusammen mit dem Deutschen Hotel- und Gaststättenverband die Broschüre "Gute Gastgeber für Allergiker" erarbeitet. Sie kann über den Deutschen Deutschen Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) bezogen oder im Internet eingesehen werden.
Die Hausstauballergie meines Sohns wird jährlich schlimmer. Ist er mit seinen sechs Jahren noch zu klein für eine spezifische Immuntherapie?
Mit sechs Jahren kann Ihr Sohn mit der spezifischen Immuntherapie behandelt werden, wenn Ihr Allergologe dies als sinnvoll erachtet. Die spezifische Immuntherapie (Hyposensibilisierung) ist heute die einzige Therapie, die Allergien ursächlich bekämpft und bewirken kann, dass Allergiker für immer oder zumindest über viele Jahre hinweg nahezu beschwerdefrei leben. Eine untere Altersgrenze lässt sich nicht generell bestimmen. Der Ärzteverband Deutscher Allergologen empfiehlt die subkutane Immuntherapie ab dem 5. Lebensjahr.
Ich habe im vergangenen Jahr mit der spezifischen Immuntherapie begonnen und habe den ersten Sommer nahezu beschwerdefrei verbracht. Ich würde daher gerne die Therapie abbrechen. Mein Arzt ist aber dagegen. Muss ich denn die Therapie fortsetzen, obwohl ich offensichtlich geheilt bin?
Sie sollten die Therapie auf jeden Fall fortsetzen. Bei den meisten Patienten tritt bereits im ersten Therapiejahr der spezifischen Immuntherapie eine deutliche Besserung der Symptome auf. Sollten Sie die Behandlung jetzt beenden, so gefährden Sie den Langzeiteffekt. Untersuchungen belegen: Hält der Patient die spezifische Immuntherapie über 3 Jahre durch, hält auch die Therapiewirkung über Jahre an und Sie schützen sich nachweislich besser vor der Entwicklung einer weiteren Allergie und vor asthmatischen Beschwerden.
Meine spezifische Immuntherapie gegen Birkenpollen endet in diesem Jahr. Muss ich befürchten, dass sich die Symptome dann wieder einstellen? Denn während der Behandlung ging es mir während der Pollensaison deutlich besser.
In der Regel nicht: Studienergebnisse mit den modernen molekular definierten Allergenen des Herstellers ALK haben gezeigt, dass auch nach Therapieende die Erfolge der spezifischen Immuntherapie erhalten bleiben.
