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Manchem ist die Karriere schon in die Wiege gelegt. Der reiche
Erbe braucht sich weniger Sorgen zu machen als das Arme-Leute-Kind.
So beginnt auch für die meisten Allergiker bereits in
der Wiege eine Karriere, aber eine der besonderen Art.
Die Allergikerfamilie
Niemand kann sich seine Eltern aussuchen. Wer Pech hat, wird
in eine Allergiefamilie hineingeboren. Die Gene, welche die
Eltern vererben, machen das Kind aber nicht automatisch zum
Allergiker. Doch sie begünstigen, dass das Kind schon
früh sensibilisiert wird und sich aus der Sensibilisierung
eine allergische Erkrankung entwickelt.
Es sei denn, die Eltern tun alles, was zur Verhütung
und Vorbeugung in ihren Kräften steht. Heute weist etwa
jedes fünfte Kind - egal ob erblich vorbelastet oder
nicht - eine Sensibilisierung auf, zumeist gegen Hausstaubmilben,
oft auch gegen Tierhaare oder gegen Blütenpollen. Bei
Kindern jedoch, deren Mutter oder Vater eine Allergie hat,
liegt die Sensibilisierungsquote bei 20-40%. Und wenn beide
Eltern allergisch erkrankt sind, schnellt dieser Wert auf
40-60% hoch.
Das Schicksal nimmt oft schon seinen Lauf, wenn die Mutter
aufhört, das Baby mit der Brust zu stillen, und auf Kuhmilch
umstellt. Plötzlich bildet sich am Köpfchen Milchschorf,
Zeichen eines atopischen Ekzems. Der juckende, nässende
Ausschlag greift oft auch auf die Pofalten und Gelenkbeugen
über. Kinderärzte empfehlen darum, Säuglingen
wenigstens sechs Monate lang Muttermilch zu geben. Zumeist
bildet sich das Ekzem von selbst zurück. Dann kann jahrelang
Ruhe herrschen an der Allergiefront.
Doch einmal sensibilisiert, droht irgendwann neues Ungemach.
Besonders in gut geheizten Wohnungen mit schall- und wärmeisolierenden
Fenstern und hoher Luftfeuchtigkeit gedeihen in den Betten,
Polstermöbeln und Teppichen Hausstaubmilben. Der Kot
dieser mikroskopisch winzigen Spinnentiere enthält hochpotente
Allergene. Schon mäßige Konzentrationen davon im
Staub oder in der Zimmerluft können ein kleines Kind
mit atopischer Veranlagung zum Allergiker machen.
Auf Haustiere verzichten
Die Chancen stehen für einen Allergikersprössling
nicht viel besser, wenn im Haus Tiere wie Hunde und Katzen
gehalten werden. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein solches
Kind eine Tierhaarallergie bekommt, ist umso größer,
je früher im Leben es mit dem Haustier zusammenkommt
(besonders ungünstig: das erste Lebensjahr) und je länger
es mit ihm Kontakt hat. Verzicht auf Haustiere ist daher ein
gesundheitliches Gebot für Familien mit kleinen Kindern,
erst recht in Allergikerfamilien.
Allergien haben viele Gesichter
Ist die Allergiekarriere im Kindesalter erst einmal in Gang
gekommen, dann gibt es oft kein Halten mehr, manchmal sogar
bis ans Lebensende. Für viele ist ihre Allergie nur ärgerlich,
lästig und unangenehm. Es tränen und jucken ihnen
die Augen, die Lider sehen ganz verquollen aus, die Nase läuft,
sie müssen häufig niesen, ihre Haut weist an vielen
Stellen einen juckenden, entstellenden Ausschlag, ein Ekzem,
auf, oder sie haben eine gestörte Verdauung, Durchfall.
Die Ärzte sprechen von allergischer Konjunktivitis, Rhinitis,
Neurodermitis, Allergie mit gastrointestinaler Beteiligung.
Folgeerkrankung Asthma
Nicht selten aber entwickelt sich die Allergie zu einer lebensbedrohlichen
Erkrankung, begleitet von Husten, Atemnot, Erstickungsanfällen
und Todesängsten, einem Asthma bronchiale. Tatsächlich
sterben noch immer viel zu viele an dieser Form von Allergie.
Alleine in Deutschland sind es Jahr für Jahr rund fünftausend
Menschen, darunter viele Kinder.
Der so genannte "Etagenwechsel"
Jedem dritten Allergiker mit ausgeprägter Rhinitis,
also einem Dauerschnupfen, steht dieser "Karrieresprung"
bevor. Die Mediziner haben dem Übergreifen der Allergie
vom Nasen-Rachen-Raum auf die Bronchien das Etikett "Etagenwechsel"
verpasst. Leider bedeutet dieser Umzug mehr als ein Möbelrücken:
Hat das allergische Geschehen die Lungen erfasst, breitet
sich in den Bronchien zunehmend eine Entzündung aus.
An deren Ende steht eine um sich greifende Zerstörung
von Lungengewebe - mit absehbarem Ende der Karriere...
Allergenvermeidung und die Allergie-Impfung (Hyposensibilisierung)
sind die einzigen Möglichkeiten, die Entwicklung zum
Asthma zu verhindern.
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