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Lesedauer: ca. 6min

Allergisches Asthma - Was sind die Ursachen?

Das Wichtigste auf einen Blick

Asthma bronchiale ist kein einheitliches Krankheitsbild. Vielmehr stellt es ein heterogenes Syndrom verschiedener Erkrankungen dar, das auf der Basis einer teilweise reversiblen Atemwegsobstruktion und einer bronchialen Hyperreagibilität aufgrund entzündlicher Veränderungen beruht. Die Veranlagung zu Allergien und allergischem Asthma kann genetisch vererbt werden. Allergien können bereits in einem frühen Stadium mit allergischem Asthma einhergehen, dieses kann jedoch auch erst nach vielen Jahren im Zuge einer Verschlimmerung der ursprünglichen Allergie auftreten.

Asthma bronchiale ist die häufigste chronische Erkrankung bei Kindern. Bis zu zehn Prozent von ihnen sind davon betroffen. Bei Erwachsenen leidet immerhin noch etwa jeder Zwanzigste daran. Besonders häufig leiden Allergiker an Asthma, und viele Asthmatiker leiden an Allergien. Woran liegt das?

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Dr. Kristina: "Warum haben Hausstaubmilben-Allergiker ein besonders hohes Asthma-Risiko?"

Was sind die grundlegenden Auslöser für Asthma?

Grundsätzlich unterscheiden Mediziner bei Asthma zwischen allergischem und nicht-allergischem Asthma. Die Auslöser allergischen Asthmas können Substanzen sein, die bei Menschen mit einer entsprechenden Überempfindlichkeit eine überschießende Reaktion des Immunsystems hervorrufen, die dann zu Allergiesymptomen bis hin zum Asthma führen. Solche allergieauslösenden Substanzen werden als Allergene bezeichnet und kommen in den unterschiedlichsten Bereichen vor. Besonders bekannte Allergene sind beispielsweise die Pollen von bestimmten Gräsern, Sträuchern und Bäumen, die Ausscheidungen von Hausstaubmilben oder bestimmte Substanzen im Speichel von Tieren, die über Tierhaare übertragen werden.

Asthma bronchiale ist kein einheitliches Krankheitsbild. Vielmehr stellt es ein heterogenes Syndrom verschiedener Erkrankungen dar, das auf der Basis einer teilweise reversiblen Atemwegsobstruktion und einer bronchialen Hyperreagibilität aufgrund entzündlicher Veränderungen beruht.

Dem allergischen Asthma, das gewöhnlich schon im Kindesalter auftritt, gehen meist eine allergische Rhinitis und/oder ein atopisches Ekzem voraus. Am Anfang werden die Symptome typischerweise durch Allergenexposition ausgelöst, die dann zu einer zunehmenden Atemwegsentzündung führen. In vielen Fällen bleibt die Entzündung weiter bestehen und schreitet sogar weiter voran, selbst in Abwesenheit des ursprünglich auslösenden Allergens.

Ursachen und Risiken für allergisches Asthma

Warum jemand an allergischem Asthma Bronchiale erkrankt, lässt sich heute noch nicht mit letzter Sicherheit erklären. Es gilt inzwischen jedoch als gesichert, dass die Krankheit durch das Zusammentreffen einer entsprechenden genetischen Veranlagung mit bestimmten äußeren Reizen ausgelöst wird. Das kann beispielsweise der Fall sein, wenn jemand plötzlich einer besonders starken Belastung durch Pollen oder Hausstaub ausgesetzt wird, auf die er allergisch ist. Diese Stoffe können bei einem Asthmatiker zu einem Asthmaanfall führen. Der Atemfluss eines Asthmatikers wird durch akute Bronchokonstriktion, Ödem und Schwellung der Atemwegswände, Verlegung der Atemwege durch ein hochvisköses Sekret und durch bindegewebigen Umbau der Atemwege (Remodeling) limitiert. Die Patienten klagen meistens über typische Symptome wie Atemnot, die oft anfallsartig auftritt, Giemen, Husten und Brustenge.

Weltweite Verbreitung von Allergien und Begleiterscheinungen

Weltweite Verbreitung von Allergien und Begleiterkrankungen.
Quelle: ISAAC (2008)

Zahlen stützen Vermutung einer polygen vererbten Anlage

Die Annahme, dass eine polygen vererbte Anlage für das Entstehen von allergischem Asthma eine wichtige Rolle spielen kann, wird durch entsprechende statistische Daten gestützt. So wurde beobachtet, dass Kinder ein 60- bis 80-prozentiges Risiko haben, an allergischem Asthma zu erkranken, wenn bereits beide Eltern von allergischem Asthma betroffen waren. Ein besonders eindrucksvoller Beleg für die These ist die Situation auf der Insel Tristan da Cunha, die als abgelegenste aller bewohnten Inseln weltweit gilt. Dort leidet etwa die Hälfte der Bevölkerung aufgrund entsprechender familiärer Vererbung an Asthma.

"Etagenwechsel" bei Heuschnupfen als Ursache für allergisches Asthma

Nicht jeder Kontakt mit einem potenziell Asthma auslösenden Allergen muss auch tatsächlich zu einer Asthmaerkrankung führen. Insbesondere bei Patienten, die allergisch auf Pollen reagieren, leidet nur ein Teil auch an asthmatischen Beschwerden. In diesen Fällen handelt es sich um eine Verschlechterung eines Allergieleidens, das sich zuvor "nur" auf einen klassischen "Heuschnupfen" beschränkte. Da der Kontakt mit den Allergenen nach der Verschlechterung nicht mehr nur "oben" im Nasen-Rachen-Raum und an den Augen zu allergischen Reaktionen und Beschwerden führt, sondern auch "unten" im Bronchialbereich, spricht man in diesem Zusammenhang häufig von einem "Etagenwechsel" oder einem „Allergischem Marsch“. Dieser kommt nach mehr als zehn Jahren bei etwa einem Viertel aller Pollenallergiker vor. Etwa die Hälfte der Patienten, die an einem Hausstaubmilben induzierten Heuschnupfen leiden, entwickeln auch ein allergisches Asthma. In diesem Zusammenhang ist oftmals auch ein weiteres Phänomen zu beobachten, das für die Betreffenden ebenfalls sehr unangenehm sein kann. Es handelt sich dabei um eine Ausweitung des Spektrums von Allergieauslösern. Während anfangs vor allem ein bestimmtes Allergen für die Allergie und die damit einhergehenden asthmatischen Beschwerden verantwortlich war, kann es im Laufe der Zeit geschehen, dass der Körper des Patienten beginnt, auch auf andere Allergene überempfindlich zu reagieren. Das wiederum führt dazu, dass es immer schwieriger - wenn nicht gar unmöglich - wird, den Kontakt mit den Allergenen zu vermeiden.

Infografik: Auftreten von Hausstaubmilben
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