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Milbenallergiker quälen sich im Winter besonders stark

Hausstaubmilben sind mit einer Größe von bis zu 0,4 mm mit bloßem Auge nicht erkennbar. In Deutschland sind die Spinnentiere neben Hauskatzen der häufigste Auslöser für allergische Beschwerden in Wohnräumen.1 Die Symptome einer Milbenallergie sollten nicht verharmlost werden, denn daraus kann ein allergisches Asthma entstehen. Mit einer Hyposensibilisierung lässt sich das verhindern.

 
 

Wenn im Winter die Heizung auf Hochtouren läuft, wird die Luft trockener, wodurch viele Milben sterben. Deren Überreste und Kotbällchen zerfallen und die Allergene werden freigesetzt. Ein Gramm Hausstaub kann bis zu 10.000 Milben beherbergen, eine Matratze sogar bis zu zwei Millionen. Die Heizungsluft wirbelt den Hausstaub verstärkt auf und damit auch die Allergene. Milbenallergiker atmen diese ein und reagieren mit Niesattacken, verstopfter Nase und tränenden Augen. Nasensprays und Augentropfen schaffen zwar eine Linderung, bekämpfen aber nicht die Ursache des Problems. Bei vielen Milbenallergikern reagieren nicht nur Nase und Augen auf die Allergene. Auch die Lunge kann nach einiger Zeit betroffen sein. Beginnen kann dieser Verlauf zunächst mit überempfindlich reagierenden Bronchien oder pfeifenden Geräuschen beim Ausatmen bis hin zur Atemnot. Unbehandelt kann eine Milbenallergie zu einem folgenschweren chronischen Asthma führen. Hausstaubmilbenallergiker tragen im Vergleich zu anderen Allergikern ein noch höheres Asthma-Risiko, da sie ganzjährig der allergischen Belastung ausgesetzt sind.1

 
 

Die Entstehung von Asthma mit der Allergie-Impfung verhindern

Nur eine ursächliche Behandlung - die Hyposensibilisierung, auch Allergie-Impfung genannt - kann die Entstehung von Asthma verhindern.2 Trotzdem werden gerade Milbenallergiker oft nicht korrekt diagnostiziert und zu selten ursächlich behandelt. „Obwohl Milbenallergien genauso häufig wie Gräserallergien auftreten, erhalten Patienten mit Gräserallergien doppelt so häufig eine Immuntherapie.“1 Wer bei einer Hausstaubmilbenallergie auf Selbstmedikation vertraut, riskiert eine Ausweitung der Beschwerden. „Die Allergie sollte medizinisch ernst genommen werden. Sie ist eine ernsthafte Erkrankung“, warnt Professor Karl-Otto Steinmetz, Pneumologe beim Lungenzentrum in Darmstadt. „Mit der Allergie-Impfung sollte möglichst begonnen werden, bevor Asthma entsteht, denn das stellt eine deutlich andere Krankheitsqualität dar.“

 
 

Rechtzeitig zum Allergologen

Wer den Verdacht hat, unter einer Milbenallergie zu leiden, sollte zum Arzt gehen und einen Allergietest machen lassen. Hals-Nasen-Ohren-Ärzte, Dermatologen und Lungenfachärzte (Pneumologen) sind geeignete Ansprechpartner, da sie meistens die Zusatzqualifikation „Allergologie“ besitzen. Auch viele Haus- und Kinderärzten sind qualifizierte Allergologen. Beim Arzt wird zunächst die Anamnese erhoben. Dabei werden die persönliche Krankengeschichte des Patienten ermittelt und Allergietests durchgeführt. „Beim Prick-Test werden Lösungen mit potenziellen Allergenen auf die Innenseite des Unterarms geträufelt und mit einer speziellen feinen Nadel hineingepikt, sodass die Lösungen in die Haut eindringen“, erklärt Professor Steinmetz. Wenn nach rund zwanzig Minuten eine rote und juckende Quaddel entsteht, kann dies auf eine mögliche Allergie hindeuten. Zudem gibt es den RAST-Test (Radio-Allergo-Sorbent-Test), ein Allergietest zum Nachweis spezifischer IgE-Antikörper im Blut. Steinmetz: „Zusammen mit der Anamnese können die Ergebnisse auf eine Allergie hinweisen.“ Zudem ist ein nasaler Provokationstest oder ein Inhalationstest möglich. „Damit kann untersucht werden, ob die Hausstaubmilbenallergene tatsächlich allergische Beschwerden verursachen.“ Beim nasalen Provokationstest wird ein Hausstaubmilben-Allergenextrakt in die Nase gesprüht, beim Inhalationstest eingeatmet.

 
 

Start der Hyposensibilisierung jederzeit möglich

Die Hyposensibilisierung kann zu jeder Jahreszeit begonnen werden. Professor Steinmetz erläutert die möglichen Methoden der Allergie-Impfung: subkutane Spritzen oder eine sublinguale Therapie. „Bei der Allergie-Impfung mittels Spritzen bekommt der Patient das Allergen zunächst in niedriger Konzentration unter die Haut des Oberarms gespritzt und die Dosis wird je nach Präparat für vier bis 16 Wochen kontinuierlich gesteigert. Danach wird die Substanz alle vier bis acht Wochen bei gleichbleibender Dosierung verabreicht.“ Es wird empfohlen, die Hyposensibilisierung drei bis fünf Jahre durchzuführen. Für die sublinguale Therapie sind keine Spritzen notwendig, erklärt Steinmetz. „Das Allergen wird mittels Tabletten oder Tropfen verabreicht.“ Der Patient wendet die Therapie selbst zuhause an. Die Tabletten oder Tropfen werden unter die Zunge gelegt beziehungsweise geträufelt.Die Hyposensibilisierung kann einer Verschlimmerung der Milbenallergie vorbeugen, etwa der Entstehung von allergischem Asthma. Und sie verspricht im Gegensatz zu Symptomatika eine lang anhaltende Hilfe.

 
 

Quellen:

  1. Industriesymposium „Hausstaubmilbenallergie – Mit neuer Evidenz zu einer besseren Patientenversorgung!“, anlässlich des 9. Deutschen Allergiekongresses, Wiesbaden, 3. Oktober 2014 • Beilage 403293 in Allergo Journal, Heft 8, Dezember 2014.
  2. Leitlinie Spezifische Immuntherapie. Leitlinie zur (allergen-) spezifischen Immuntherapie bei IgE-vermittelten allergischen Erkrankungen. Allergo J Int 2014;23:282–319.



 
 

Ratgeber: So machen Sie Ihre Wohnung milbenfrei!

Der Pneumologe und Allergie-Experte Professor Karl-Otto Steinmetz vom Lungenzentrum in Darmstadt gibt hilfreiche Tipps für Milbenallergiker:

  • Keine Teppichböden, Vorhänge oder Staubfänger
    Auch wenn sie schön aussehen: Für Milbenallergiker sind Teppiche, opulente Vorhänge und große Dekoartikel, die schnell einstauben, tabu. „Wenn es ein Teppich sein muss, sollte er kurzflorig sein und jeden Tag gesaugt werden“, erklärt Professor Steinmetz. Ein Flokati als Teppich ist demnach für eine Allergiker-Wohnung absolut ungeeignet.
  • Regelmäßig Staubsaugen mit speziellem Filter und feucht wischen
    Das wirksamste Mittel gegen Milben ist Putzen. Da sich im Staub häufig Partikel abgestorbener Milben ansammeln, sollten Allergiker Böden und Möbel regelmäßig feucht abwischen. Der Experte rät: „Die Böden im Haus sollten glatt sein und täglich feucht gewischt werden.“ Feucht wischen ist grundsätzlich besser als saugen. Doch wenn es schnell gehen muss, eignen sich auch Staubsauger mit speziellen Filtern. Staubsauger mit Beutelsystemen geben oft einen Teil des Staubs über die Abluft wieder ab. Geräte mit hochkonzentrierter Filtration, Hygienefiltern oder Wasserfiltern eignen sich besser. Einige Hersteller bieten spezielle Allergiestaubsauger an.
  • Oft und richtig Lüften - auch im Winter
    Auch im Winter sollte die Wohnung regelmäßig gelüftet werden - mindestens einmal täglich, besser mehrmals am Tag. Auch die Bettdecken und die Matratze brauchen frische Luft.  Zudem sollte die Raumtemperatur - besonders im Schlafzimmer - nicht zu hoch sein. Professor Steinmetz: „Eine niedrigere Raumtemperatur ist außerdem grundsätzlich förderlich für einen besseren Schlaf.“
  • Encasings - Milbenschutzbezüge - verwenden
    Encasings sind milbendichte Überzüge für Kissen, Matratze und Bettdecke. Sie sollen die Ausbreitung der Milben eindämmen. Das Behandeln des Bettes oder auch des Teppichbodens mit chemischen Milbenvernichtern - sogenannten Acariziden - hat bisher in Studien zu durchaus unterschiedlichen Resultaten geführt, sagt Professor Steinmetz. Aus diesem Grund empfiehlt er stattdessen Encasings. „Wichtig ist, dass diese komplett abdichten und im ganzen Bett verwendet werden, also auch für die Bettwäsche des Partners.“ Encasing können die Allergenbelastung in jedem Fall reduzieren.
  • Das Bettzeug nicht sofort ordentlich zusammenlegen
    Ein ordentlich gemachtes Bett erleichtert den Milben das Überleben. Die über Nacht durch Schweiß angesammelte Flüssigkeit kann unter der zusammengelegten Bettdecke nicht verdunsten. Nach dem Aufstehen sollte zunächst die Decke zurückgeschlagen und der Schlafraum gelüftet werden. So kann die Feuchtigkeit in der Matratze besser entweichen.
  • Bettwäsche bei 60 Grad waschen
    Bettwäsche sollte regelmäßig mindestens 60 Minuten bei 60 Grad gewaschen werden. „Das ist gar nicht so einfach“, erklärt Steinmetz. „Denn die meisten Waschmaschinen waschen die Bettwäsche keine vollen 60 Minuten bei 60 Grad. Darauf sollte man stets achten, sonst sterben die Milben nicht.“ Grundsätzlich lassen sich Milben bei +60 oder -20 Grad abtöten.
  • Kissen und Kuscheltiere in die Gefriertruhe
    Bei kleineren Kissen und Kuscheltieren, die nicht so heiß gewaschen werden können, hilft die Tiefkühltruhe. Steinmetz: „Die Kuscheltiere und Kissen immer wieder einmal über Nacht in den Gefrierschrank stecken. Das schadet ihnen nicht und tötet die Milben ab.“



 
 

Unser Tipp: Allergie im Griff mit der Milben-App

Milben digital bekämpfen: Die App „Milben-Check“ liefert wertvolle Informationen rund um das Thema Hausstaubmilbenallergie. Die mobile Anwendung begleitet Allergiker durch den Alltag, gibt Tipps zur Allergenvermeidung sowie langfristigen Behandlung und ist eine gute Vorbereitung für den Arztbesuch. Jetzt mit neuen Funktionen!

Die wichtigsten Features der Milben-App:

  • Milben-Tagebuch: Im Milben-Tagebuch können Allergiebeschwerden eingetragen und Diagramme über die Beschwerden erstellt werden. Damit erhält der App-Nutzer einen ausführlichen Überblick über die Milbenallergie. Diese Informationen können per Mail verschickt oder beim nächsten Arztbesuch mitgenommen werden.
  • Dashboard: Mit den persönlichen Angaben der Symptome aus dem Milben-Tagebuch ermittelt die App den persönlichen Symptom-Score. Zudem wird der Basis Symptom-Score aus dem Tagebuch dargestellt. Dieser Wert errechnet sich aus den subjektiven Angaben zu den Symptomen, abzüglich der eingenommenen Medikamente und deren Wirkung. Zusätzlich wird der Gesamt-Symptom-Score aller App-Nutzer dargestellt, um eine Vergleichsmöglichkeit zu bieten. Auch zeigt das Dashboard den Therapiestatus der Immuntherapie im aktuellen Jahr und in der Gesamtübersicht.
  • Milbenscore: Der Milbenscore errechnet sich aus der Milbenbelastung in der eigenen Wohnung oder dem Haus. Dazu werden alle Räume mit Möbeln und anderen Einrichtungsgegenständen eingegeben. Die Auswertung zeigt die stärksten Allergenquellen im persönlichen Wohnumfeld.
  • Milben-Risikofragebogen: Mit dem Risikofragebogen können die App-Nutzer generell abklären, ob möglicherweise eine Hausstaubmilbenallergie besteht. In Zusammenarbeit mit dem Floridsdorfer Allergie Zentrum Wien und der HNO Klinik der Medizinischen Universität Wien wurde der Fragebogen speziell für Hausstaubmilbenallergiker entwickelt. Das Testergebnis kann per E-Mail zugeschickt werden und Grundlage für ein Arztgespräch sein.
  • Benachrichtigungen: Zusätzlich zur Erinnerung an den Arztbesuch gibt es Benachrichtigungsmöglichkeiten für die Medikamenteneinnahme, Rezeptabholung und Therapie.

Download bei iTunes oder Google Play.

 
     

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