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Gräserpollenallergie behandeln: Es geht auch ohne Spritzen

Während andere das gute Wetter genießen, bleiben sie lieber im Haus: Menschen mit einer Allergie gegen Gräserpollen. 2017 könnte es besonders dicke kommen: Die Stiftung deutscher Polleninformationsdienst (PID) erwartet ein starkes Gräserpollenjahr. Seit mehreren Jahren steigt die Konzentration von Gräserpollen kontinuierlich an.1 Jetzt im Mai beginnt die Hauptleidenszeit.

Schon eine einzelne Roggenähre produziert mehrere Millionen Pollenkörner – mit einer Reichweite von hundert Kilometern. Gräserpollen aus dem Weg zu gehen, ist daher so gut wie unmöglich. Bei empfindlichen Menschen reichen bereits sechs solcher Pollenkörner aus, um die typischen Beschwerden wie tränende Augen, Niesattacken und Fließschnupfen hervorzurufen. Eine kurzfristige Linderung verschaffen Antihistaminika aus der Apotheke. Anhaltende Erfolge verspricht dagegen nur eine Hyposensibilisierung. Diese Methode trainiert das Immunsystem, seine übertriebene Reaktion auf die eigentlich harmlosen Pollen nach und nach einzustellen.

 
 

Tabletten auf dem Vormarsch

Eine Hyposensibilisierung gegen Gräserpollen kann mit Spritzen, Tropfen oder Tabletten durchgeführt werden. Tabletten sind in Deutschland seit gut zehn Jahren zugelassen und erfreuen sich wachsender Beliebtheit. Während 2006 weniger als zehn Prozent aller Gräserpollenallergiker mit Tabletten hyposensibilisiert wurden, waren es 2012 schon fast 30 Prozent.2 Spritzen unter die Haut sind hierzulande noch die gängigste Methode.

Im Gegensatz zu einer Hyposensibilisierung mit Spritzen, die vom Arzt gegeben werden, können Tabletten selbständig zu Hause eingenommen werden. Davon profitieren Allergiker, die beruflich oder privat viel unterwegs sind und keine Zeit für häufige Arztbesuche haben – genau wie Menschen mit Angst vor Spritzen. Auch für Kinder ist diese Therapieform geeignet.

Weniger Asthmasymptome und Medikamente

Einer aktuellen Studie zufolge haben Kinder, die über einen Zeitraum von drei Jahren mit einer Gräsertablette hyposensibilisiert wurden, langfristig weniger Asthmasymptome und brauchen weniger Medikamente. Auch die typischen Heuschnupfenbeschwerden werden nachhaltig deutlich gelindert.3

 
 

Behandlung kann jederzeit begonnen werden

Je nach Produkt kann die Behandlung mit einer Gräsertablette sogar noch kurz vor oder während der Pollensaison begonnen werden. Auch die Erfolge lassen nicht so lange auf sich warten, wie manche Patienten befürchten: Studien zeigen, dass Allergiker, die mindestens acht Wochen vor Beginn der Pollenflugsaison mit der Hyposensibilisierung beginnen, bereits in der ersten Saison weniger Beschwerden haben.4

Quellen

  1. http://www.pollenstiftung.de/aktuelles-einzelansicht/pollenflug-2017-in-deutschland/97255543c3230512bd6e19ee23bfa18b/
  2. McDonell AL et al.: Allergy immunotherapy prescribing trends for grass pollen-induced allergic rhinitis in Germany: a retrospective cohort analysis. Allergy Asthma Clin Immunol. 2015 Jun 10;11(1):19.
  3. Valovirta et al., Allergy 71 (Suppl. 102), 95–117.
  4. Dahl R et al.: Efficacy and safety of sublingual immunotherapy with grass allergen tablets for seasonal allergic rhinoconjunctivitis. J Allergy Clin Immunol. 2006 Aug 118(2):434-40.

 

 

 
 

Auch das noch: Was tun bei Kreuzallergien?

Kreuzallergien machen Heuschnupfenpatienten das Leben doppelt schwer: Während der Pollenflug für eine laufende Nase und Niesattacken sorgt, kommen bei vielen Patienten irgendwann Probleme mit bestimmten Lebensmittel hinzu. Es kribbelt im Mund, die Heuschnupfenbeschwerden verstärken sich, Magen- und Darmprobleme treten auf.

Im Gegensatz zu Nahrungsmittelallergien sind Kreuzallergien keine eigenständigen Allergien. Sie resultieren vielmehr aus der Ähnlichkeit verschiedener Bestandteile von Pollen und Nahrungsmitteln. Daher werden sie auch als pollenassoziierte Nahrungsmittelallergien bezeichnet.

Bei folgenden Lebensmitteln sollten Gräserpollenallergiker aufpassen:1

  • Tomaten
  • Hülsenfrüchte (Linsen, Erbsen, Bohnen, Soja, Erdnüsse)
  • Getreide

Seltener können auch Kiwi, Wasser- und Honigmelonen zu Beschwerden führen. Gleiches gilt für Kartoffeln, Mangold und Spinat sowie Curry.

Die radikalste Strategie ist es, die entsprechenden Lebensmittel komplett zu meiden. Manchmal helfen aber auch schon kleine Tricks, um die Beschwerden einer Kreuzallergie in Schach zu halten.2

  • Durch Schälen, Erhitzen und andere Arten der Verarbeitung werden viele Lebensmittel für Menschen mit Kreuzallergien verträglicher. Wer auf Tomaten reagiert, verträgt eine Tomatensuppe unter Umständen ohne Probleme.
  • Allergische Kreuzreaktionen sind außerhalb der Pollensaison oft schwächer. Wenn die Gräsersaison abflaut, werden auch Getreide, Hülsenfrüchte und Tomaten oft wieder besser vertragen.
  • Allergische Reaktionen auf Nahrungsmittel können durch verschiedene Faktoren verstärkt werden. Daher lieber auf Alkohol während der Mahlzeiten verzichten und Stress reduzieren.

Mehr Informationen zu Kreuzallergien und ihren Ursachen.

 
 

Quellen:

  1. http://www.pollenstiftung.de/pollenallergie/pollenassoziierte-nahrungsmittel-allergien-oas/
  2. http://www.daab.de/allergien/kreuzallergie/

 

 

 
 

Tipp für Allergiker: So planen Sie den perfekten Urlaub

Aufs Timing achten: Legen Sie Ihren Urlaub in die Hauptflugzeit der Pollen, auf die Sie allergisch reagieren – bei Gräserpollen in die Sommermonate von Mai bis Juli. Je nach Reiseziel ist die Saison an ihrem Urlaubsort bereits abgeflaut. Eine europaweite Pollenflug-Info bietet die Seite www.polleninfo.org

Das Reiseziel sorgfältig auswählen:
Grundsätzlich gilt: In Küstenregionen und auf Inseln fliegen weniger Pollen, vor allem, wenn der Wind vom Meer kommt. Auch die Berge sind gut für Allergiker. Ab 2.000 Metern wird es für Pollen und Milben ungemütlich.

Die Unterkunft checken:
Grünpflanzen, Teppichböden, Haustiere: In Sachen Unterkunft kann für Allergiker im Urlaub einiges schief gehen. Je nach Allergie sollten Sie im Vorfeld klären, ob die gewünschte Unterkunft auf allergieauslösende Pflanzen verzichtet, Bettwäsche für Allergiker bereithält und individuelle Ernährungswünsche berücksichtigen kann. Hotels, die speziell auf die Bedürfnisse von Allergikern eingehen, erkennt man am Siegel der Ecarf-Stiftung unter www.ecarf-travel.org/de.

Hyposensibilisierung zum Mitnehmen:
Für Allergiker, die gern und viel reisen, empfiehlt sich die sublinguale Hyposensibilisierung in Form von Tropfen oder Tabletten. Die Behandlung lässt sich ohne häufige Arztbesuche selbstständig durchführen. Sowohl zuhause als auch unterwegs.

 

 

 
 

Pressekontakt

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Dr. Lioba Wagner
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Agentur für Wissenschaftskommunikation
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