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Was Journalisten wollen: Studien, Alltagstipps, Infografiken

Wie zufrieden sind Journalisten mit dem Infodienst und was können wir besser machen? Diese Frage hat die Redaktion von allergiecheck.de den Abonnenten des journalistischen Themendienstes gestellt. Lesen Sie hier die wichtigsten Erkenntnisse:

  • 86 Prozent der Journalisten sind mit den Inhalten sehr zufrieden oder zufrieden
  • 75 Prozent haben den Infodienst bereits für ihre Berichterstattung genutzt
  • Neuigkeiten aus der Forschung, Tipps für das Leben mit Allergien, Infografiken mit den wichtigsten Zahlen und Fakten – diese Inhalte sind besonders gefragt!
  • 60 Prozent kennen außerdem das Presseportal von allergiecheck.de, davon sind 100 Prozent mit den Inhalten zufrieden

Der Infodienst allergiecheck.de erscheint seit 2013 dreimal pro Jahr mit unterschiedlichen saisonalen Schwerpunkten. Er informiert Journalisten über die neusten Studienergebnisse, Expertenmeinungen und das Leben mit Allergien. Für die Teilnahme an unserer Umfrage möchten wir uns an dieser Stelle noch einmal herzlich bedanken. Wir haben uns über das positive Feedback und die hilfreichen Anregungen sehr gefreut! In dieser Ausgabe präsentieren wir Ihnen daher erstmals eine Infografik zum Thema Insektengiftallergie, informieren Sie über aktuelle Studienergebnisse und haben die Rubrik „Leben mit Allergien“ ausgebaut.

 

 

 
 

Insektengiftallergiker aufgepasst: Je später der Sommer, desto öfter die Wespe

Sie gilt als angriffslustig, aggressiv und gefährlich: Im Gegensatz zur friedfertigen, fleißigen Biene genießt die Wespe keinen guten Ruf. Manche Menschen versetzt das Insekt sogar in regelrechte Panik: Für Insektengiftallergiker kann der Stich einer Wespe im schlimmsten Fall tödlich enden. Doch auch für sie gibt es eine Möglichkeit, den Sommer entspannt zu genießen.

Jedes Jahr sterben in Deutschland etwa zwanzig Menschen an einem allergischen Schock, der durch Insektenstiche ausgelöst werden kann. Die Dunkelziffer liegt aber wahrscheinlich deutlich höher. Fakt ist: Ungefähr 2,8 Millionen Deutsche schweben in Gefahr, durch einen Insektenstich einen sogenannten anaphylaktischen Schock zu erleiden. Hauptübeltäter ist die Wespe. Sie ist für 70 Prozent aller Insektengiftallergien verantwortlich. „Sehr viel mehr Menschen reagieren auf dieses Gift als auf das der Bienen“, bestätigt Prof. Dr. Bernard Homey, Allergologe und Direktor der Universitäts-Hautklinik der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf.

Insektengiftallergiker verbringen den Sommer daher häufig in Angst und Schrecken. „Patienten berichten mir von erheblichen Einschränkungen im Alltag“, so Homey. Dabei kann den meisten von ihnen geholfen werden.  Eine Hyposensibilisierung sorgt dafür, dass sich die Reaktion des Immunsystems auf das für die meisten Menschen eigentlich harmlose Wespengift wieder normalisiert. „Diese ist bei 90% der Allergiker erfolgreich und sorgt für einen großen Gewinn an Lebensqualität, da die Patienten nach der Therapie endlich wieder den Sommer genießen können“, berichtet Homey.

 
 

Es kann jeden treffen

Dennoch beklagen Experten, dass die Hyposensibilisierung von vielen Insektengiftallergikern nicht in Anspruch genommen wird. Zudem gibt es Menschen, die von ihrer potenziell lebensbedrohlichen Allergie überhaupt nichts wissen. Jeder, der schon einmal gestochen wurde, kann eine entsprechende Überreaktion des Immunsystems entwickeln. Bereits bestehende Allergien wie Heuschnupfen sind nicht ausschlaggebend, so Homey: „Eine Insektengiftallergie ist nicht mit einer Allergie auf inhalative Allergene zu vergleichen. Beim Heuschnupfen liegt oft auch eine genetische Neigung zugrunde, diese Allergie gegen Baum- oder Gräserpollen zu entwickeln. Das ist bei der Insektengiftallergie nicht der Fall. Diese tritt zwar deutlich seltener auf, kann aber dafür jeden treffen.“

 
 

Was tun bei Verdacht auf Allergie?

Im Zweifelsfall klärt ein Besuch beim Facharzt, ob das Immunsystem auf Insektengift reagiert. Ein speziell dafür ausgebildeter HNO-, Haut-, Lungen- oder Kinderarzt entscheidet nach einem ersten Gespräch, ob ein Allergietest sinnvoll ist. Dieser kann als Haut- oder Bluttest durchgeführt werden. Beim Hauttest bestätigen Quaddeln und Juckreiz die Insektengiftreaktion. Werden beim Bluttest Antikörper auf Bienen- oder Wespengift festgestellt, lässt sich damit ebenfalls eine Sensibilisierung des Immunsystems gegen Insektengift nachweisen – die Voraussetzung für das Entstehen einer allergischen Reaktion.

 
 

Die Anzeichen erkennen – und handeln!

Das wichtigste ist, bei einem Insektenstich die ersten Anzeichen eines anaphylaktischen Schocks ernst zu nehmen und schnell zu handeln. „Sobald die Symptome über eine örtliche Hautreaktion an der Einstichstelle hinausgehen, sollte der Notarzt gerufen werden“, so Homey. Eine Nesselsucht, Schwellungen im Gesicht und am Hals oder Juckreiz an Handinnenflächen und Fußsohlen deuten auf eine Allergie hin. Diese Reaktionen können sich bis zum lebensbedrohlichen anaphylaktischen Schock entwickeln.

 
 

Eine Hyposensibilisierung schützt nachhaltig - Studie bestätigt schnelle Wirksamkeit

Im Ernstfall kommt bei Allergikern ein Notfallset mit Antihistaminikum, Kortison und Adrenalin zum Einsatz. Langfristig helfen kann nur eine Hyposensibilisierung. Die Behandlung geschieht bei Insektengiftallergikern durch Injektionen in zwei Schritten: In der Aufdosierungsphase wird dem Patienten das Insektengift zunächst in stark verdünnter Form unter die Haut gespritzt. Die Menge des Insektengiftes wird dann mit jeder Injektion gesteigert, bis eine sogenannte Erhaltungsdosis erreicht ist. Die Aufdosierung kann stationär oder ambulant erfolgen. Die Behandlung in der Klinik dauert etwa zwei bis fünf Tage. Schon nach dieser kurzen Zeitspanne besteht Studienergebnissen zufolge ein guter Schutz. Im Rahmen einer Untersuchung mit 107 Allergikern auf Bienengift zeigten 88,6 Prozent eine Woche nach Erreichen der Erhaltungsdosis keinerlei allergische Reaktion auf einen Bienenstich. Bei 5 Prozent traten milde Hautreaktionen auf. Das Fazit der Forscher: Sobald die Erhaltungsdosis erreicht ist, bietet die Hyposensibilisierung einen sofortigen Schutz.1

Um einen langfristigen Schutz zu ermöglichen2, erhält der Patient in der anschließenden Erhaltungsphase etwa einmal im Monat über drei bis fünf Jahre eine sogenannte Erhaltungsdosis.  Die Kosten für diese Therapie werden bei Insektengiftallergikern von allen Krankenkassen übernommen.

 
 

Quellen:

  1. A. Goldberg et al.: Bee venom immunotherapy – how early is it effective? Allergy 2010; 65: 391-5.
  2. Golden DB, Kagey-Sobotka A, Lichtenstein LM. Survey of patients after discontinuing venom immunotherapy. J Allergy Clin Immunol 2000; 105: 385–90.



 
 
 
 

Grafik zum Download

 

 

 
 

Leben mit Allergien: So schützen Sie sich vor Insektenstichen

Auf Grillpartys und Picknicks

  • Verschließen Sie Trinkgefäße und benutzen Sie einen Strohhalm.
  • Decken Sie Speisen ab und blicken Sie zusätzlich vor jedem Bissen auf Ihr Besteck. Gefährlich wird es, wenn man versehentlich eine Wespe verschluckt.
  • Halten Sie Distanz zu Mülleimern und entsorgen Sie Speisereste umgehend.

Bei der Gartenarbeit

  • Tragen Sie helle, weitflächig bedeckende, eng anliegende Kleidung mit viel Beige- und Grüntönen
  • Geschlossenes Schuhwerk ist ratsam. Besonders Bienen halten sich häufig in Bodennähe auf, wenn sie in den Blüten Nektar sammeln.
  • Meiden Sie bei der Gartenarbeit Parfum sowie stark parfümierte Drogerieprodukte.
  • Wer Obstbäume oder Beerensträucher im Garten hat, sollte diese regelmäßig abernten – reifes Obst lockt Wespen an.

Auf Reisen

  • Das Notfallset gehört für Insektengiftallergiker immer mit ins Reisegepäck. Dazu zählen ein Antihistaminikum, Kortison und Adrenalin. Auch Reisebegleiter sollten informiert sein, wie das Set im Notfall anzuwenden ist.
  • Um Probleme am Flughafen zu vermeiden, besorgen Sie sich ein Attest vom Arzt. So können Sie Ihre Medikamente mit ins Handgepäck nehmen.
  • Nehmen Sie Ihren Allergiepass mit – am besten auch in einer englischen Version.
  • Nach den Ferien: Denken Sie über eine Hyposensibilisierung nach. Neunzig Prozent der Insektengiftallergiker sind danach beschwerdefrei, das Immunsystem reagiert wieder normal.

Grundsätzlich gilt:

  • Bewahren Sie Ruhe! Hektische Bewegungen oder Anpusten machen Wespen nur aggressiver.
  • Achten Sie nach einem Stich auf körperliche Reaktionen wie Kurzatmigkeit, Hautausschlag oder Übelkeit und rufen Sie gegebenenfalls den Notarzt.
  • Wer bereits weiß, dass er Allergiker ist, sollte vor allem in den Sommermonaten sein Notfallset immer bei sich tragen.

Tipp: Die Insekten-App „Stichalarm“ hilft durch ihre integrierte Geo-Location-Funktion einen Facharzt in der Nähe zu finden.  Kommt es zu einem anaphylaktischen Schock, kann die App Dritten Informationen zur Ersten Hilfe geben. (Zum Download

Weitere Informationen auf allergiecheck.de

 
     

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