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Klimawandel stresst Atemwege: Womit Allergiker in Zukunft rechnen müssen

Erst Axel, dann Egon: Zwei Tiefdruckgebiete haben Deutschland zum Jahresbeginn Sturm und Schnee beschert. Für Heuschnupfenpatienten dürfte der Aufschub aber nur von kurzer Dauer sein. Die Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst (PID) stimmt Allergiker bereits auf den Beginn der Haselblüte ein. Vor allem der Klimawandel sorgt dafür, dass die beschwerdefreie Zeit immer kürzer wird.

Mit steigenden Temperaturen und extremen Wetterphänomenen verändert der Klimawandel den Planeten. Die World Allergy Organization (WAO) warnt: Auch die Gesundheit des Menschen steht auf dem Spiel. Für die Atemwege bringen die neuen Bedingungen zusätzlichen Stress. Die WAO erwartet aufgrund der globalen Erwärmung einen weiteren Anstieg bei allergischen Erkrankungen und Asthma; bereits bestehende Allergien werden schlimmer.1 Die Gründe sind vielfältig: Steigende Temperaturen begünstigen die Ausbreitung von Pollen – sowohl zeitlich als auch räumlich. So beginnt der Pollenflug von Frühblühern wie Hasel und Erle in milden Wintern bereits im Januar. Die pollenfreie Zeit wird dadurch verkürzt – Allergiker leiden länger und haben kaum noch Zeit zum Durchatmen. Auch extreme Wetterphänomene sind für Allergiker unter Umständen doppelt problematisch. Während andauernder Trockenphasen breiten sich Pollen besonders leicht aus.2 Gewitter sind wiederum dafür bekannt, Asthmaanfälle auslösen zu können.3 Die durch den Klimawandel erhöhten Ozonwerte bedeuten für die Atemwege zusätzlichen Stress.4

 
 

Doppelt so viele Heuschnupfenpatienten 2050

Zudem erobern Pollen immer neue Regionen. Als Hauptübeltäter für den erwarteten Anstieg an allergischen Erkrankungen gilt Ambrosia, auch bekannt als Beifußblättriges Traubenkraut: Allein durch die Ausbreitung von Ambrosia könnte sich die Zahl der Heuschnupfenpatienten bis 2050 verdoppeln.5 Im Klartext: Allergiker werden in Zukunft länger leiden und müssen mit einer Verschlimmerung ihrer Beschwerden rechnen. Zudem werden auch Menschen Allergien entwickeln, die bisher davon verschont geblieben sind.

 
 

Das Immunsystem trainieren

Gerade für Heuschnupfenpatienten ist es so gut wie unmöglich, den allergieauslösenden Stoff zu vermeiden. Antiallergische Medikamente, zum Beispiel so genannte Antihistaminika, können die Beschwerden lindern. Allerdings haben sie nur einen kurzzeitigen Effekt und sind nicht geeignet, einer Verschlimmerung bis hin zum allergischen Asthma vorzubeugen. Die einzig ursächliche Therapie ist die Hyposensibilisierung, auch bekannt als Allergie-Impfung. Diese konfrontiert den Körper über einen Zeitraum von drei bis fünf Jahren mit dem allergieauslösenden Stoff und trainiert so das Immunsystem, seine übertriebene Reaktion einzustellen. Die Hyposensibilisierung kann in Form von Tabletten, Tropfen oder Spritzen verabreicht werden. Sie wird meist von Ärzten mit der Zusatzqualifikation „Allergologie“ durchgeführt und von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt.  

Quellen

  1. D'Amato G et al. Meteorological conditions, climate change, new emerging factors, and asthma and related allergic disorders. A statement of the World Allergy Organization. World Allergy Organ J. 2015.
  2. D'Amato G et al. Climate change, air pollution and extreme events leading to increasing prevalence of allergic respiratory diseases. Multidiscip Respir Med 2013;8:12.
  3. D'Amato G, Liccardi G, Frenguelli G. Thunderstorm-asthma and pollen allergy. Allergy 2007;62:11–16.
  4. Filippidou EC, Koukouliata A. Ozone effects on the respiratory system. Prog Health Sci 2011;1:144–155.
  5. Lake IR et al.: Climate Change and Future Pollen Allergy in Europe. Environ Health Perspect; 2016.  

 

 

 
 

Kinder vor Allergien schützen: Das hilft wirklich

Kann man Allergien vorbeugen? Gerade Eltern, die selbst unter Allergien leiden, möchten ihren Kindern das gleiche Schicksal gern ersparen. Doch viele Maßnahmen sind nicht praktikabel. Zum Beispiel die Erkenntnis, dass ältere Geschwister oder ein Leben auf dem Bauernhof das Allergierisiko senken. Bei anderen wiederum ist der Nutzen umstritten, etwa bei Probiotika oder Vitamin D.1 Was wirklich funktioniert, lesen Sie hier:

Tabakrauch meiden: Kinder, die Tabakrauch ausgesetzt sind, neigen nachweislich zu Allergien. Egal ob passiv oder aktiv, während der Schwangerschaft oder nach der Geburt.1   

Normalgewicht halten: Übergewicht geht mit einem höheren Asthmarisiko einher. Eltern sollten daher bei ihren Kindern auf Normalgewicht achten.1 Eine ausgewogene Ernährung und viel Bewegung helfen. 

Schimmel bekämpfen: Innenräume sollten regelmäßig und gründlich gelüftet werden. Das beugt der Bildung von Schimmel vor und schützt so die Atemwege.1  

Vier Monate Stillen: Säuglinge sollten die ersten vier Monate voll gestillt werden. Sobald der vierte Monat vollendet ist, kann ohne Bedenken Beikost gefüttert werden.1  

Das Immunsystem konfrontieren: Lange Zeit galt die Empfehlung, Kinder möglichst lange von potenziell allergieauslösenden Substanzen fernzuhalten. Mittlerweile gibt es Hinweise, dass eine frühe Konfrontation des Immunsystems mit entsprechenden Nahrungsmitteln wie Fisch1 und Erdnüssen2 sinnvoller ist. Auch Schwangere müssen sich nicht einschränken: Fisch in der Schwangerschaft schützt vor Allergien, ebenso als Teil der Beikost im ersten Lebensjahr.1 

Allergien bei Eltern behandeln: Allergiegeplagte Eltern können schon vor der Schwangerschaft dazu beitragen, dass ihre Kinder geschützt sind: Indem sie ihre eigene Allergie ursächlich behandeln lassen. Eine aktuelle Studie hat gezeigt: Kinder von Allergikern, die ihre Beschwerden mit einer Hyposensibilisierung in den Griff bekommen, haben ein reduziertes Allergierisiko.3

 
 

Quellen:

  1. Schäfer T et al., S3-Leitlinie Allergieprävention – Update 2014. Allergo J Int 2014; 23: 186-19.
  2. Du Toit G. et al., Randomized Trial of Peanut Consumption in Infants at Risk for Peanut Allergy. NEJM (2015);372:803-813.
  3. Bozek A, Jarzab J, Bednarski P. The effect of allergen-specific immunotherapy on offspring. Allergy Asthma Proc. 2016 Jul;37(4):59-63.

 

 

 
 

Gut zu wissen: Hyposensibilisierung jetzt noch möglich

Die pollenfreie Zeit ab November gilt als die beste Zeit für eine Hyposensibilisierung. Für Kurzentschlossene ist es aber noch nicht zu spät. Lassen Sie sich von ihrem Arzt beraten!

Vor der Saison: Mit einer sogenannten Kurzzeit-Immuntherapie kann auch noch kurz vor der Pollensaison begonnen werden.  Bei dieser Variante der Spritzentherapie bekommt der Allergiker über einen Zeitraum von ca. 6 Wochen wöchentlich eine Injektion mit steigender Dosis des allergieauslösenden Stoffes. Die Therapie wird in der Regel in drei aufeinanderfolgenden Jahren wiederholt durchgeführt.  

Während der Saison: Bei bestimmten Heuschnupfenarten gibt es Präparate, die auch für einen Start während der Saison geeignet sind. Nachgewiesen ist zum Beispiel eine gute Wirksamkeit und Verträglichkeit für sublinguale Therapieformen bei Gräserpollenallergie. Dabei lässt der Allergiker ein Präparat in Tropfen- oder Tablettenform täglich unter der Zunge zergehen. Die erste Einnahme erfolgt beim Arzt, danach kann das Medikament selbstständig eingenommen werden.  

Ganzjährig:  Bei ganzjährigen Allergien gegen Hausstaubmilben oder  Tierhaare kann eine Hyposensibilisierung mit Spritzen, Tabletten oder Tropfen grundsätzlich jederzeit begonnen werden. Je früher eine Allergie diagnostiziert und behandelt wird, desto besser sind die Erfolge.    

 
     

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