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Wie der Klimawandel Allergikern das Leben schwermacht – und was sie dagegen tun können

Die globale Erwärmung hat weitreichende Folgen, ganz besonders für Allergiker. Denn die Pollensaison setzt immer früher ein – und die beschwerdefreie Zeit wird entsprechend kürzer. Da 2014 das wärmste Jahr war, das Deutschland seit Beginn der Wetteraufzeichnungen erlebt hat, wird diese Saison voraussichtlich besonders belastend.

 
 

Entsprechend führte der Pollenflug der Hasel bereits im Dezember bei Allergikern zu ersten Beschwerden, und Birkenpollen werden wohl etwa zwei Wochen früher in der Luft sein als in früheren Jahren. Erschwerend kommt hinzu, dass Allergiker anfällig für weitere Allergien sind, wenn zum Beispiel eine Reaktion auf Baumpollen zu lange unbehandelt bleibt. Entwickelt man dann etwa auch noch eine Allergie gegen Gräserpollen, wird die beschwerdefreie Zeit immer kürzer. Milben-Allergiker kennen das: Sie sind ohnehin fast das ganze Jahr von z.B. verstopfter Nase und Husten betroffen.

Das Verhältnis zwischen Allergiesaison und beschwerdefreier Zeit hat sich für Allergiker nahezu umgekehrt. Früher galt die Regel, dass sich die Beschwerden auf etwa vier bis sechs Wochen im Jahr beschränken. Heute bleiben vielen Allergikern dagegen gerade einmal vier bis sechs Wochen, in denen sie beschwerdefrei sind. Denn immer mehr Menschen reagieren auf verschiedene Substanzen allergisch. „Trotzdem werden nur etwa zehn Prozent der Allergiker medizinisch richtig behandelt“, sagt Anja Schwalfenberg vom Deutschen Allergie- und Asthmabund (DAAB). Allergien würden oft nicht ernst genug genommen, manchmal sogar von Ärzten und Krankenkassen. „Dabei sind Allergien keine Bagatell-Erkrankung!“, so die Patientenberaterin.

 
 

Die Gefahren: Neue Allergien und Asthma

Zum einen neigen Menschen mit einer Allergie dazu, im Laufe der nächsten Jahre eine weitere Sensibilisierung zu entwickeln. Zum anderen lauert die Gefahr von Kreuzallergien: So vertragen etwa 60% der Heuschnupfen-Patienten kein frisches Kern- und Steinobst. Sie sind außerdem besonders anfällig für eine Hausstauballergie. Nicht zuletzt droht Betroffenen der sogenannte allergische Marsch: Treten die Beschwerden anfangs nur im Nasen-Rachen-Raum auf, breiten sie sich häufig weiter aus und betreffen schließlich auch die unteren Atemwege. Was als vermeintlich harmloser Heuschnupfen begann, kann sich nach einigen Jahren zu chronischem Asthma entwickeln.

Stoppen lässt sich dieser Verlauf nur mit einer ursächlichen Therapie: der Hyposensibilisierung, auch als „Allergie-Impfung“ bekannt. Dabei wird das Immunsystem über einen Zeitraum von drei bis fünf Jahren genau festgelegten Dosen des Allergens ausgesetzt. Auf diese Weise lernt es, dass das Allergen für den Körper ungefährlich ist, und reagiert nicht mehr darauf. Wer die Behandlung erfolgreich abgeschlossen hat, kann endlich wieder durchatmen – zu jeder Jahreszeit.

 
 

Nachgefragt: Was ist der Unterschied zwischen einer ursächlichen und einer symptomatischen Therapie?

Bei der symptomatischen Therapie werden ausschließlich die sichtbaren Auswirkungen einer Allergie behandelt, also zum Beispiel Fließschnupfen, tränende Augen oder eine verstopfte Nase. Die hierfür in der Apotheke erhältlichen Arzneimittel sind Antihistaminika, Kortison und Cromoglicinsäure. Die Ursachen einer Allergie lassen sich aber damit nicht behandeln. Im Gegensatz dazu ist die Hyposensibilisierung oder Allergie-Impfung eine ursächliche Therapie, die das Übel bei der Wurzel packt. Nach erfolgreicher Behandlung nimmt das Immunsystem das Allergen nicht mehr als schädlichen Fremdkörper wahr und stoppt seine übertriebenen Abwehrreaktionen. Die Symptome bessern sich oder bleiben ganz aus, ohne dass weitere Medikamente eingenommen werden müssen.

 
 

Allergie-Impfung: Die fünf häufigsten Irrtümer

1. „Meine Allergie ist harmlos. Eine Allergie-Impfung? Brauche ich nicht!“

Falsch. Ohne eine Behandlung der Ursachen kann sich eine Allergie stetig verschlimmern – Experten sprechen vom „allergischen Marsch“. Aufhalten lässt sich dieser nur durch eine rechtzeitige Allergie-Impfung.

2. „Es dauert sehr lange, bis die Allergie-Impfung wirkt. Ergebnisse spürt man erst nach mehreren Jahren.“

Nein. Studien zeigen, dass die Beschwerden bereits nach zwei bis vier Monaten spürbar gelindert werden können. Wer als Heuschnupfenpatient im Herbst mit der Behandlung beginnt, kann in der Regel schon in der nachfolgenden Pollensaison mit ersten Erfolgen rechnen. Trotzdem sollte man die Therapie so lange fortführen, wie es der Arzt empfiehlt, und sie nicht vorzeitig abbrechen.

3. „Die Allergieimpfung ist umständlich und schmerzhaft. Ich habe keine Zeit, regelmäßig zum Arzt zu gehen, um mir Spritzen verabreichen zu lassen.“

Es gibt Alternativen zur Spritze. Je nach Krankheitsbild kann die Allergie-Impfung auch zu Hause durchgeführt werden: in Form von Tropfen oder Tabletten.

4. „Die Medikamente zur Allergie-Impfung können starke Nebenwirkungen verursachen.“

Das stimmt nicht. Die modernen Medikamente zur Allergie-Impfung werden aus natürlichen Rohstoffen hergestellt, die die Allergie verursachen, also z.B. aus Pollen oder Milben. Sie sind in der Regel gut verträglich. Mögliche Nebenwirkungen sind allergische Symptome, die meist nur kurz andauern und wenn nötig mit symptomatischen Medikamenten behandelt werden können.

5. „Die Allergie-Impfung wirkt nicht gut! Ich kenne jemanden, dem sie nicht viel geholfen hat.“

Die hohe Erfolgsquote der Allergie-Impfung wurde in zahlreichen Studien bewiesen. Jedoch hängt der Erfolg der Behandlung auch vom Präparat ab. Die aktuellen medizinischen Leitlinien empfehlen Medikamente, deren Wirksamkeit wissenschaftlich belegt ist und die somit nachweislich vor Asthma und neuen Allergien schützen. Die Darreichungsform – Tabletten, Tropfen oder Spritzen – ist in diesem Zusammenhang unerheblich. Entscheidend ist außerdem, dass der Arzt den Auslöser der Beschwerden korrekt diagnostiziert hat. Nicht zuletzt kommt es auch auf den Patienten an: Die Therapie kann nur wirken, wenn sie konsequent durchgeführt wird.

 
     

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