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Heuschnupfen: Alles Wissenswerte

Heuschnupfen ist eine der häufigsten allergischen Erkrankungen überhaupt. Allein in Deutschland leiden mehrere Millionen Menschen daran. Inzwischen liegen jedoch umfangreiche Erkenntnisse über Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten des Heuschnupfens vor. Dadurch können die Symptome häufig gelindert und die Lebensqualität der Betroffenen spürbar verbessert werden.

Heuschnupfen ist die am weitesten verbreitetste Allergie in Deutschland.

Was ist Heuschnupfen?

Im medizinischen Sinne handelt es sich bei Heuschnupfen um eine allergisch bedingte Entzündung der Nasenschleimhaut (Rhinitis), die z.B. durch Pollen ausgelöst wird. Teilweise wird Heuschnupfen deshalb auch als Pollinosis, also als durch Pollen verursachte Erkrankung der Nase, oder Pollenallergie bezeichnet - auch zur Abgrenzung von allergischem Schnupfen, der durch andere Einflussfaktoren ausgelöst werden kann.

Oft macht sich Heuschnupfen schon im frühesten Kindesalter bemerkbar, kann aber durchaus auch erst im Erwachsenenalter auftreten und beeinträchtigt die Lebensqualität der Betroffenen in der Regel über viele Jahrzehnte.

Der Schwerpunkt liegt dabei - entsprechend der saisonalen Belastung der Atemluft mit Pollen - jeweils in den Frühjahrs- und Sommermonaten, doch einige Patienten haben bis in den Herbst hinein mit den Belastungen durch Heuschnupfen zu kämpfen.

Heuschnupfen kann sich schon im Kindesalter bemerkbar machen.

Die Beeinträchtigungen betreffen sowohl das Sozialleben als auch die Leistungsfähigkeit in der Schule oder im Beruf. Die Expertenschätzungen hinsichtlich des Anteils der Kinder und Jugendlichen, die unter Heuschnupfen leiden, reichen von etwa 15 Prozent bis zu mehr als 30 Prozent. In vielen Fällen wird Heuschnupfen zudem auch von anderen Atemwegserkrankungen wie Nasennebenhöhlenentzündungen oder Asthma begleitet.

Wichtigste Auslöser von Atemwegsallergien

Die wichtigsten Auslöser von Atemwegsallergien im Überblick.
(Anteil an getesteten Personen mit positivem Hauttest)

Wie wird Heuschnupfen diagnostiziert?

Bei der Diagnose des Heuschnupfens spielt die Anamnese, d. h. die Erhebung der Krankengeschichte, eine sehr wichtige Rolle. Die Beschreibung der charakteristischen Symptome durch den Patienten, die Angaben zur Zeit und zu den Umständen ihres Auftretens und eine allergische Erkrankung von weiteren Familienmitgliedern legen oft schon die Vermutung nahe, dass es sich um Heuschnupfen handeln könnte.

Um festzustellen, welche Allergene die Krankheit auslösen, wird meist der Pricktest verwendet. Dabei werden kleine Mengen allergenhaltiger Lösungen auf den Unterarm des Patienten geträufelt und die Haut an den betreffenden Stellen leicht angeritzt. Ist die betreffende Person gegen ein bestimmtes Allergen überempfindlich, so zeigt sich an der entsprechenden Stelle innerhalb von etwa zwanzig Minuten eine Rötung und es bilden sich Quaddeln.

Mit dem Pricktest lässt sich feststellen, ob der allergische Schnupfen tatsächlich durch bestimmte Pollen ausgelöst wurde oder ob andere Allergene wie beispielsweise Hausstaubmilben die Ursache sein können. Bei sehr kleinen Kindern kann die Diagnosestellung statt mittels Pricktest häufig auch durch einen Bluttest erfolgen. 

Wichtige auslösende Pollen

BezeichnungBlütezeitAllergene Bedeutung
GräserApril – Septemberstark
BirkeMärz – Maistark
BeifußJuli - Septemberstark
RoggenApril – Junistark
WiesenlieschgrasMai – Auguststark
HaselFebruar – Aprilstark
RagweedAugust – Septemberstark
SpitzwegerichMai – Septembermäßig
EscheMärz – Maigering

Wichtig ist in jedem Fall eine Abgrenzung des Heuschnupfens von anderen Erkrankungen, die mit ähnlichen Symptomen einhergehen. Dazu zählen vor allem akute Erkältungen, bei denen der Schnupfen durch Viren ausgelöst wird, bakterielle Nasennebenhöhlenentzündungen, oder auch eine Nasenscheidewandverkrümmung - um nur einige Beispiele zu nennen.

Welche Symptome treten bei Heuschnupfen auf?

Typische Symptome des Heuschnupfens sind häufiges Niesen und ein ausgeprägter Fließschnupfen. Häufig treten auch Juckreiz sowie Bindehautentzündungen des Auges auf. Viele Betroffene beschreiben zudem ein charakteristisches "Kribbeln" in der Nase oder in den Augen, das bei entsprechender Pollenbelastung auftritt.

Wie lange die genannten Symptome auftreten, ist individuell sehr unterschiedlich und hängt von verschiedenen Einflussfaktoren ab. Eine wesentliche Rolle spielen die individuelle Empfindlichkeit gegen die betreffenden Pollen und die Dauer der Zeit, in der der Betreffende ihnen ausgesetzt war.

Da Baum- und Gräserpollen nur zu bestimmten Zeiten innerhalb des Jahres auftreten, kommt Heuschnupfen auch nur zu den entsprechenden Zeiten vor. Allerdings reagieren einige Betroffene nur auf wenige Pollenarten allergisch, während der Heuschnupfen bei anderen von zahlreichen unterschiedlichen Pollen ausgelöst wird und somit wesentlich länger oder häufiger auftritt. Viele Heuschnupfen-Patienten klagen auch über eine Überempfindlichkeit der Nase gegenüber anderen Reizen wie zum Beispiel kalter Luft, Düften oder Tabakrauch.

Wer von besonders schweren Symptomen des Heuschnupfens betroffen ist, hat häufig auch mit einer entsprechenden Tagesmüdigkeit zu kämpfen – die wiederum oft eine herabgesetzte Konzentrations- und Lernfähigkeit nach sich zieht.

Wird eine Allergie nicht oder nur unzureichend behandelt, kann das dazu führen, dass neue Allergien auftreten oder sich aus Heuschnupfen ein allergiesches Asthma bildet. Experten sprechen hierbei vom sogenannten Etagenwechsel. 33 % der Heuschnupfen-Allergiker sind von diesem Krankheitsverlauf betroffen.

Aus Heuschnupfen kann sich allergisches Asthma entwickeln.

Erklären lassen sich Symptome wie Niesen, Fließschnupfen, Juckreiz und Rötung übrigens mit der Entstehung des Heuschnupfens, der - vereinfacht gesagt - eine Überempfindlichkeitsreaktion des Immunsystems ist.

Es produziert Stoffe, die die vermeintlichen Krankheitserreger bekämpfen sollen. Durch die Entzündungsvermittler Histamin und Leukotriene werden die genannten Symptome ausgelöst, wobei die Rötung ein Zeichen einer verbesserten Durchblutung ist, die für einen leichteren Transport von Abwehrzellen in die betreffenden Körperregionen sorgen soll.

Juckreiz lenkt die Aufmerksamkeit auf die betreffenden Stellen, und Reaktionen wie das Niesen oder die verstärkte Sekretbildung in der Nase sollen dazu beitragen, die vom Immunsystem erkannten Fremdstoffe aus dem Körper zu bringen.

Heuschnupfen-Symptome im Überblick

  • Niesen und Fließschnupfen
  • Juckreiz
  • Bindehautentzündungen
  • Kribbeln in der Nase oder den Augen
  • Überempfindlichkeit der Nase
  • Tagesmüdigkeit
  • erschwerte Atmung
Niesreiz ist ein Symptom von Heuschnupfen.

Möglichkeiten zur Behandlung des Heuschnupfens

Grundsätzlich gibt es drei Möglichkeiten, eine allergische Erkrankung wie den Heuschnupfen zu behandeln, wobei diese auch miteinander kombiniert werden können und sollten.

Der theoretisch einfachste, aber in der Praxis oft nur schwer zu realisierende Weg ist die Karenz, das heißt, das Meiden des Allergens. Gerade bei Heuschnupfen ist dies jedoch nur sehr bedingt möglich, weil sich Pollen der windbestäubten Pflanzen (vor allem Bäume und Gräser) während der Saison in der Atemluft verteilen und zudem auch nicht mit bloßem Auge erkennbar sind.

Die zweite Gruppe von Therapiemöglichkeiten zielt auf die medikamentöse Behandlung, um akute Allergiesymptome zu lindern. Hierzu stehen beispielsweise Augentropfen, Nasentropfen, Nasensprays und Tabletten mit entsprechenden Wirkstoffen, insbesondere Antihistaminika und Glukokortikoide, zur Verfügung. Damit lässt sich die Lebensqualität in der akuten Phase verbessern, in dem die Symptome und ihre belastenden Auswirkungen gelindert werden.

Die dritte Möglichkeit ist eine Hyposensibilisierung (spezifische Immuntherapie, Allergie-Impfung), bei der angestrebt wird, die Überempfindlichkeit gegen das Allergen langfristig zu reduzieren und dadurch auch die entsprechenden allergischen Reaktionen auszuschalten. Gerade diese Möglichkeit wird häufig noch unterschätzt und zu wenig praktiziert. Dabei lassen sich mit dieser Behandlung häufig gute Erfolge bis hin zur Heilung erzielen, und es kann Neusensibilisierungen sowie der Entstehung von Asthma entgegengewirkt werden.

Behandlungsmöglichkeiten im Überblick

BehandlungsmöglichkeitEignet sich zur…
Vermeidung des Allergens…sofortigen, kostenlosen Verbesserung der Allergiesymptome.
Medikamentöse Symptombehandlung…schnellen Verbesserung der Allergiesymptome.
Hyposensibilisierung...ursächlichen Behandlung der Allergie und Verbesserung der Allergiesymptome.
...Vorbeugung von Asthma.
...Vorbeugung eines allergischen Schocks.

Tipps, um Pollen aus dem Weg zu gehen

Fazit

Auch wenn Heuschnupfen äußerst lästig sein kann und sich der Kontakt mit den auslösenden Pollen im Alltagsleben kaum vermeiden lässt, sollten Betroffene nicht resignieren. Denn mit einem detaillierteren Verständnis der Erkrankung sind in den zurückliegenden Jahren auch die therapeutischen Möglichkeiten wesentlich besser geworden, um die akuten Belastungen zu vermindern und den Heuschnupfen erfolgreich behandeln zu können.

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