Schimmelpilzallergie

Schimmelpilze und ihre Sporen kommen sowohl in der freien Natur als auch in Innenräumen häufig vor. In der Regel ist von ihnen nicht viel zu bemerken, doch bei einigen Menschen können sie Allergien mit lästigen Beschwerden auslösen. Wie Sie eine Schimmelpilzallergie erkennen, welche Symptome damit einhergehen und wie die mögliche Behandlung aussieht, erfahren Sie im Folgenden.

Was ist eine Schimmelpilzallergie?

Bei einer Schimmelpilzallergie reagiert das Immunsystem allergisch auf Sporen oder Bruchstücke von Schimmelpilzen. Diese können sowohl über die Atemluft als auch beim Verzehr von Nahrungsmitteln in den Körper gelangen. Problematisch ist dabei vor allem, dass Schimmelpilze nahezu überall vorkommen - und keineswegs nur, wie gelegentlich angenommen, in feuchten, schlecht belüfteten Innenräumen. Vielmehr sind sie auch draußen nahezu überall anzutreffen, wobei allergierelevante Konzentrationen von Schimmelpilzsporen in der Natur vor allem in den Sommer- und Herbstmonaten auftreten.

Eine Belastung der Außenluft durch Schimmelpilzsporen rührt häufig von pilzbelastetem Getreide her. Landwirte und Gärtner zählen deshalb zu den Berufsgruppen, die überdurchschnittlich oft von Schimmelpilzallergien betroffen sind.

In Innenräumen wird eine höhere Schimmelpilzbelastung durch hohe Luftfeuchtigkeit sowie durch relativ warme Temperaturen im Bereich zwischen 20 und 25 Grad Celsius begünstigt. Neben feuchten Wänden zählen übrigens schlecht gepflegte Luftbefeuchter und Filtermatten in Klima- und Lüftungsanlagen zu den häufigsten Ursachen einer allergierelevanten Schimmelpilzbelastung in Innenräumen.

Weitere häufige Quellen von Schimmelpilzen und deren Sporen sind Blumenerde und Topfpflanzen, Mülleimer und auch alte Matratzen aus Schaumgummi.

Wie wird diese Allergie diagnostiziert?

 Ein gewisses Problem bei der diagnostischen Abklärung einer eventuellen Schimmelpilzallergie besteht darin, dass es zahlreiche unterschiedliche Schimmelpilz-Allergene gibt. Es erfordert daher oft eine sehr detaillierte Analyse, um herauszufinden, auf welche konkreten Allergene ein Patient reagiert.

Im Rahmen der Anamnese wird der Arzt zunächst Informationen zum Umfeld und zu den Lebensumständen des Patienten erfragen, wobei der häusliche Bereich ebenso wichtig ist wie der berufliche. Möglicherweise zeichnet sich dabei schon ab, ob eine besondere Schimmelpilz-Exposition vorliegt oder nicht.

In weiteren Schritten folgen dann Allergietestswie zum Beispiel der Pricktest oder ein Intrakutantest oder auch eine Blutuntersuchung auf bestimmte Antikörper. Daran schließt sich eine Klärung an, ob die Symptome und die Ergebnisse der Tests zusammenpassen und inwieweit der Patient in seinem häuslichen oder beruflichen Umfeld den betreffenden Allergenen ausgesetzt ist. Darüber hinaus können auch Provokationstests durchgeführt werden, bei denen beispielsweise die Nasenschleimhäute testweise mit einem bestimmten Schimmelpilzallergen konfrontiert werden, um dadurch gegebenenfalls klinische Symptome wie einen Fließschnupfen oder Niesreiz auszulösen.

Besteht der Verdacht, dass die Schimmelpilzallergie durch mit der Nahrung aufgenommene Allergene verursacht wird, sollten die betroffenen Patienten über einen gewissen Zeitraum hinweg ein Tagebuch führen, indem sie festhalten, wann sie welche Nahrungsmittel zu sich genommen haben und wann welche Symptome aufgetreten sind. Aufgrund dieser Angaben können häufig relevante Allergenquellen identifiziert und für die Zukunft gemieden werden.

Was sind typische Symptome einer Schimmelpilzallergie?

Eine Schimmelpilzallergie macht sich vor allem durch FließschnupfenNiesanfälle und Husten bemerkbar, wie dies auch bei anderen Reaktionen auf in der Atemluft vorkommende Allergene typisch ist. In schwereren Fällen können auch Nesselfieber und allergisches Asthma auftreten. Allerdings können auch Magen- und Darmbeschwerden Schimmelpilzallergie-Symptome sein, denn Schimmelpilze und Sporen können auch durch entsprechend belastete Nahrungsmittel aufgenommen werden. Da Schimmelpilze im Freien ebenso wie in Innenräumen vorkommen und weit verbreitet sind, können Schimmelpilzallergie-Symptome ganzjährig auftreten.

Wie kann eine Schimmelpilzallergie behandelt werden?

Akute Beschwerden und Symptome einer Schimmelpilzallergie können mit antiallergischen Medikamenten wie Nasentropfen oder Tabletten behandelt werden.

Um eine langfristige Besserung der Beschwerden zu erreichen und im Idealfall die Allergie vollständig zurückzudrängen, bietet sich eine Hyposensibilisierung an. Dabei wird durch schrittweise Steigerung von Allergendosen im Laufe der Zeit eine Gewöhnung des Immunsystems an die betreffenden Allergene ausgelöst, sodass dieses im Laufe der Zeit immer weniger stark - oder überhaupt nicht mehr - darauf reagiert.

Tipps zur Vermeidung des Allergens

Tipps zur Vermeidung des Allergens

Besondere Bedeutung im Rahmen der Schimmelpilzallergie-Behandlung haben jedoch die Vorbeugung und die Vermeidung einer übermäßigen Schimmelpilz- oder Sporenexposition.

Wohnräume sollten deshalb regelmäßig gut gelüftet werden, um ein übermäßiges Ansteigen der Luftfeuchtigkeit und höhere Sporenkonzentrationen zu vermeiden. Dabei hat sich die Stoß- oder Querlüftung als besonders effektiv erwiesen. Die optimale Luftfeuchtigkeit in Innenräumen liegt im Bereich zwischen 40 und 60 Prozent, höhere Werte sind zu vermeiden.

Gibt es in der Wohnung oder im Haus feuchte Wände, sollten diese fachgerecht saniert werden, damit sich dort keine Schimmelpilze ansiedeln. Hat sich bereits Schimmel gebildet, ist dieser fachgerecht zu beseitigen. Anzeichen dafür können ein charakteristischer Geruch und vor allem die Bildung von Stockflecken hinter Schränken, Holzverkleidungen oder Kacheln sein.

Küchenabfälle sollten nicht längere Zeit liegen bleiben und Abfalleimer in kurzen Abständen geleert werden, damit es darin nicht zur Schimmelbildung kommt. Obst und Gemüse neigen weniger zur Schimmelbildung, wenn sie im Kühlschrank gelagert werden. Generell empfiehlt es sich, Lebensmittel möglichst frisch zu verzehren und unnötige Lagerzeiten zu vermeiden.

Wenn die Erde von Topfpflanzen verschimmelt ist, sollte sie umgehend beseitigt oder gegen frische Blumenerde ausgetauscht werden. Bei Verdacht auf eine Schimmelpilzallergie oder wenn bereits eine entsprechende Diagnose gestellt wurde, sollten die Betroffenen auf Zimmerpflanzen im Schlafbereich am besten ganz verzichten.

Luftbefeuchter an Heizkörpern sollten entfernt werden. Klimaanlagen in Wohn- und Arbeitsräumen, aber auch in Fahrzeugen, müssen regelmäßig und sorgfältig gewartet werden.

Im Außenbereich, etwa bei Gartenarbeiten, sollten Schimmelpilz-Allergiker einen zu intensiven Kontakt mit abgestorbenen Pflanzenteilen und Kompost vermeiden. Manche Schimmelpilze wachsen auch auf Gras. Beim Rasenmähen werden dann die Sporen umher gewirbelt und können z.B. Niesattacken auslösen.

Schimmelpilzallergie: das Wichtigste auf einen Blick

Eine Schimmelpilzallergie wird durch abgestorbene Bruchstücke oder Sporen von Schimmelpilzen ausgelöst. Da Schimmelpilze sowohl in Innenräumen als auch in der Natur nahezu überall vorkommen, treten die charakteristischen Symptome wie Fließschnupfen, Husten oder auch Asthma bei Schimmelpilzallergikern oft ganzjährig auf. Auch die Schimmelpilzbelastung von Nahrungsmitteln kann Allergien auslösen und zu allergischen Beschwerden im Magen-Darm-Bereich führen. Neben der Behandlung der Symptome und einer spezifischen Immuntherapie steht bei der Behandlung der Schimmelpilzallergie vor allem das Bestreben im Vordergrund, eine übermäßige Schimmelpilzexposition zu vermeiden und mögliche Quellen von Schimmelpilzen in der häuslichen und beruflichen Umgebung so weit wie möglich zu reduzieren.

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